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Rommerskirchen: Schüler mit Schach fördern

Rommerskirchen : Schüler mit Schach fördern

Es ist nicht der Ehrgeiz, kleine Großmeister hervorzubringen: Für den Stellenwert des Schachspiels an den drei Grundschulen der Gemeinde sind vielmehr pädagogische Gründe ausschlaggebend.

60 Kinder gut drei Stunden lang in einem großen Raum – und fast die gesamte Zeit über herrscht Stille. Lehrer und Eltern, die etwas derart Ungewohntes aus der Nähe erleben wollten, tummelten sich jetzt als "Kibitze" beim großen Schachturnier der Rommerskirchener Grundschulen in Frixheim.

150 der 180 Kinder, die die Frixheimer Gemeinschaftsgrundschule besuchen, wirken in einer der dortigen Arbeitsgemeinschaften mit. Eine davon ist die 2005 gegründete Schach AG. "Die Kinder lernen, sich zu konzentrieren", nennt Schulleiterin Astrid Kleine einen Aspekt, warum das 1500 Jahre alte Brettspiel in den Schulen inzwischen einen derart hohen Stellenwert genießt. "Über die anderen Vorzüge braucht man ja gar nicht mehr zu reden", ist die Frixheimer Rektorin überzeugt: Anerkanntermaßen fördert Schach das logische, aber auch das räumliche Denken von Kindern, was ja nicht allein in Mathe keineswegs schädlich sein muss. Auch die Fairness kommt nicht zu kurz: Zank und Streit sind selbst bei heiß umkämpften Partien eine absolute Seltenheit. "Und Tränen hat es auch nicht gegeben", fügt Michele Calandriello hinzu, der Schach-Coach der Hoeninger Kastanienschule. Nicht zuletzt diese integrative Seite des königlichen Spiels war mit ursächlich dafür, dass Herbert E. Müller 2002 beim damaligen Verein "Aktiv für Hackenbroich" begann, Schachkurse in Schulen zu geben. Den inzwischen 81-jährigen "Vater des Schulschachs" im Rhein-Kreis Neuss, der bis 2010 auch in Frixheim unterrichtete, zog es anlässlich des Turniers noch einmal an seine alte Wirkungsstätte.

Dort unterstützte er seinen langjährigen Mitstreiter und Nachfolger Michael Kemper, Michele Calandriello sowie Irmtrud Schwedler, die an der Gillbachschule in Rommerskirchen die Schach AG leitet, bei der durchaus stressigen Aufgabe, für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Laut wurde es nur beim Jubel, der beim zehnjährigen Jan Redemann aus Anstel am größten ausfiel: Er gewann als einziger Teilnehmer alle sieben Partien und kann sich jetzt mit Fug und Recht Rommerskirchener Schulschachmeister nennen.

Auch wenn er schon seit einigen Jahren spielt: Mit dem ersten Platz gleichsam als Draufgabe zum bevorstehenden Zeugnis hätte der nach den Ferien das Pascal-Gymnasium besuchende Fan von Borussia Dortmund eigentlich nicht gerechnet. Auf Platz zwei landete Sammy Destpak, der gleichfalls die Frixheimer Schule besucht, vor dem Rommerskirchener Christian Scholz. Bester Hoeninger Teilnehmer war der zehnjährige Moritz Hütten.

(NGZ)