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Rommerskirchen: Schüler aus der Nachbarstadt

Rommerskirchen : Schüler aus der Nachbarstadt

Die Zahl von Schülern aus Grevenbroich, die die drei Rommerskirchener Grundschulen besuchen, nimmt zu. Spitzenreiter ist die Kastanienschule im Norden der Gemeinde, auf die besonders viele Grevenbroicher gehen.

Dass jedes Jahr ein Großteil Rommerskirchener Grundschüler auf eine weiterführende Schule in Grevenbroich wechselt, ist angesichts des Mangels einer solchen in der Gemeinde eine Selbstverständlichkeit. Überraschend ist jedoch die Anziehungskraft, die die drei Rommerskirchener Grundschulen auf Schüler aus Grevenbroich ausüben- und das nicht erst seit kurzem.

"Die Zahl steigt rapide", sagt etwa Gabriele Domhof, die seit gut 20 Jahren die Hoeninger Kastanienschule leitet. Sie mag nicht ausschließen, dass dort ab dem nächsten Schuljahr gut 25 Prozent der Kinder aus Grevenbroich kommen könnten.

Bereits in den vergangenen Jahren lag der Schnitt dort bei zumindest zehn Prozent von Schülern aus der Nachbarstadt. Jährlich "etwa 20 Kinder" aus Grevenbroich besuchen nach den Worten von Rektorin Elke Lorleberg die Rommerskirchener Gillbachschule, die größte der drei Grundschulen der Gemeinde.

Am geringsten ausgeprägt und daher am leichtesten zu erklären, ist das Phänomen an der Gemeinschaftsgrundschule Frixheim, die aktuell zwei Kinder aus Grevenbroich besuchen: "Sie waren bereits vorher im Ansteler Kindergarten zusammen, die Mutter eines Kindes arbeitet dort", erläutert Schulleiterin Astrid Kleine.

Schulangebot überzeugt

Dass die Anziehungskraft von Hoeningen, aber auch Rommerskirchen ausschließlich auf den in der Gillbachgemeinde seit 2003 florierenden Offenen Ganztagsbetrieb zurückzuführen sei, glauben die Verantwortlichen nicht.

Nachdem Grevenbroich in Sachen Offener Ganztag zunächst deutlich hinterher hinkte, hat die Stadt inzwischen merklich aufgeholt. "Die Leute beschäftigen sich intensiv mit dem Angebot unserer Schulen", ist Dezernent Elmar Gasten überzeugt. In Hoeningen etwa zählen Musik und naturwissenschaftliche Aspekte zu den Schwerpunkten.

Was die drei Grundschulen auch für Eltern außerhalb der Gemeinde attraktiv mache, ist Gasten zufolge nicht zuletzt die Tatsache, dass die Zahl der Kinder, die anschließend ein Gymnasium besuche, jährlich bei über 50 Prozent liege — der Landesschnitt betrug zuletzt 37 Prozent. Das Gros der aus Grevenbroich stammenden Kinder wohnt in den benachbarten Ortsteilen Allrath, Barrenstein, aber auch in Neurath oder Wevelinghoven.

Dass die Verantwortlichen den Andrang auf die Schulen begrüßen, hat einen weiteren Grund: Schon in wenigen Jahren wird die Schülerzahl deutlich sinken. Dann drohenden Schließungen könnte mit Schülern aus der Nachbarstadt entgegengewirkt werden.

(NGZ)