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Rommerskirchen: Schnelles Internet braucht Zeit

Rommerskirchen : Schnelles Internet braucht Zeit

Die Haushaltsprobleme der Landesregierung verzögern den Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet. Gleichwohl ist der Vertrag zwischen Gemeinde und Telekom nach der Billigung durch den Rat nun unterschriftsreif.

Die unklare Haushaltslage des Landes hat für die Gemeinde unerfreuliche Konsequenzen. Der ursprünglich für März in Aussicht gestellte Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung für eine 90-prozentige Förderung des Breitbandausbaus in den bisher unterversorgten Ortsteilen der Gemeinde lässt auf sich warten.

Hierüber informierte jetzt Bernd Sauer, der für das Projekt zuständige Dezernent im Rathaus, den Gemeinderat. Wie lange sich der Bescheid verzögern wird, steht nicht fest. Prinzipiell hatte die Bezirksregierung bereits im Januar grünes Licht gegeben: Der damalige Bescheid war indes noch keine Bewilligung, sondern gab der Gemeinde lediglich die Möglichkeit, vorzeitig mit der Maßnahme zu beginnen, ohne Risiko zu laufen, dadurch nicht mehr förderfähig zu sein. Unter dem Strich geht es um einen Zuschuss in Höhe von rund 145 000 Euro. Nachdem in dem nötigen Auswahlverfahren die Telekom das Rennen gemacht hatte, hat Sauer in den vergangenen beiden Monaten einen Vertrag mit dem Unternehmen ausgehandelt. Dessen Entwurf ist unterschriftsreif, nachdem der Rat ihn einstimmig gebilligt hat.

Der Vertrag trägt allen Eventualitäten Rechnung: Sollte wider Erwarten kein Zuschuss fließen, bliebe die Gemeinde frei von rechtlichen Ansprüchen seitens der Telekom. Letztlich hängt alles vom Landeshaushalt ab: Rommerskirchen ist nach Auskunft von Bernd Sauer derzeit die einzige Kommune, die das Prozedere durchlaufen und einen Förderantrag gestellt hat – damit stehe die Gemeinde laut Bezirksregierung "automatisch auf Platz 1 der Mittelliste". Wirksam verbessert werden soll die Situation im nur teilweise breitbandversorgten Oekoven sowie in Deelen, Ückinghoven, Widdeshoven und Evinghoven. In mehr als 300 Haushalten liegt die aktuelle Unterversorgung bei weniger als einem Megabit pro Sekunde.

Noch vergrößert hat sich das Kundenpotenzial, nachdem die maßgebliche Förderrichtlinie des Landes den Grenzwert für eine Unterversorgung auf zwei Megabits pro Sekunde erhöht hat. Eine vor einem Jahr von der Gemeinde initiierte Befragung hatte ergeben, dass rund 95 Prozent der Bewohner die Breitbandversorgung als unzureichend betrachten. Erleichtert werden die Arbeiten in jedem Fall dadurch, dass RWE im Zuge seiner Netzwerkoptimierung zahlreiche Leerrohre verlegt hat, die nun auch von der Telekom genutzt und mit Glasfaserkabeln ausgestattet werden können. Die Gemeinde wird sich an den Kosten mit zehn Prozent beteiligen, die sich unter dem Strich auf rund 158 000 Euro belaufen werden.

(NGZ)