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Rommerskirchen: Schatzsuche per Satellit

Rommerskirchen : Schatzsuche per Satellit

Erstmals veranstaltete der Jugendausschuss der katholischen Pfarreiengemeinschaft Rommerskirchen/Gilbach jetzt das sogenannte Geocaching mit rund 80 Jugendlichen. Auch Erwachsene waren von der Aktion begeistert.

Zumindest für einige der knapp 80 Kinder und Jugendlichen, die sich beim Jugendhaus "Just in" angemeldet hatten, war das Geocaching keine ganz neue Erfahrung mehr. Im Gegensatz zu manchen Erwachsenen, die bei der ausgedehnten Tour im Einzugsbereich der Pfarrkirche St. Peter keineswegs bloß als Betreuer dabei waren. Dies gilt etwa für Renate Schäkel: "Ich habe die Kinder angemeldet und wollte selbst einmal sehen, was es mit dem Geocaching auf sich hat."

Vorbereitung dauerte vier Wochen

"Es ist wie eine Schnitzeljagd — nur mit einem GPS-Gerät", erzählt Martina Hoschek, die Jugendreferentin der Pfarreiengemeinschaft Rommerskirchen/Gilbach, deren Jugendausschuss das offensichtlich zugkräftige Spektakel initiiert hatte. Gut vier Wochen haben die Vorbereitungen gedauert. Noch am Aktionstag hatte Rolf Kater vom gut 15-köpfigen Betreuerteam an besonders unwegsamen Stellen der Route noch einmal Brennnesseln geschnitten. So etwa in der "Unterwelt am Todtenbach" . Weniger dramatisch: Die dortige Unterführung, wo das geheime Lager eine Schatzkiste mit Zahlenschloss verbarg.

"Es schult das logische Denken", sagt Martina Hoschek angesichts mancher beim Geocaching zu lösender Aufgaben, die auch Erwachsene zunächst stutzig machen können. An den insgesamt acht Stationen galt es Rätsel zu lösen, wobei auch das Chiffrieren nicht zu kurz kam: Buchstaben mussten die Kinder durch Zahlen ersetzen, um die richtigen Koordinaten zu finden, mit denen sie ihr GPS-Gerät (satellitengestützte Navigation) zielsicher zur nächsten Station der gut fünf Kilometer langen Strecke führte.

Die Behälter, in denen sich die Lösung verbirgt, sind aus unterschiedlichen Materialien. Eine herkömmliche Kunststoff-Box kam ebenso zum Einsatz wie ein Stein aus Filz. Da musste genauer hingeschaut werden, um ihn als "Cache" zu erkennen. Auch für kleinere physikalische Experimente ist das Geocaching geeignet. "Bloß nicht trinken", warnte Martina Hoschek die modernen Schatzsucher angesichts einer anderthalb Liter fassenden Wasserflasche, mit der sie auf die Piste gingen. Das mitgeführte Wasser nämlich war unentbehrlich, um durch fachgerechtes Einfüllen einen wasserdichten Behälter bergen zu können.

Eine Prognose, wer gewinnen würde, gab lediglich Bernward Zündorf von der Gemeinde St. Martinus ab: "Deutschland", meinte er mit Blick auf das anstehende Fußballspiel. Preise gab es beim Geocaching keine: Das Lösen der Rätsel und das Erreichen des jeweils nächsten Ziels sollten den Kindern Lohn genug sein — abgesehen von den nach der mehr als zweistündigen "Tour de St. Peter" gegrillten Würstchen.

(NGZ)