Rommerskirchens Erntekönigin Cornelia Velder wirbt für den Klimaschutz.

Brauchtum in Rommerskirchen : Erntekönigin wirbt für Klimaschutz

Cornelia Velder unterstrich vor Umzug die Bedeutung nachhaltigen Handels.

Nicht allein wegen des Erntedankgottesdiensts drängte Pfarrer Thomas Spitzer am Sonntag auf einen pünktlichen Beginn des Erntedankzugs: Stand der vergangenes Jahr ganz im Zeichen des Regens, drohte es auch diesmal wieder, gehörig nass zu werden. Dennoch hatten die Teilnehmer Glück, denn erst nach dem Ende des Zugs, an dem auch diesmal wieder zahlreiche Oldtimer-Traktoren teilnahmen, fing es kräftig an zu gießen.

Am Rathaus hatte Bürgermeister Martin Mertens zunächst die neue Erntekönigin Cornelia Velder gekrönt. Die 27-Jährige lebt in Köln, stammt aus Vanikum und ist im Account-Management eines Personaldienstleisters tätig. Erntedank verbindet sich für sie gleichermaßen mit der Landwirtschaft wie dem christlichen Glauben. Um die Bedeutung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu erkennen, müsse nicht nur auf die internationale Bühne geschaut werden. Das Abholzen des Regenwald sei ein Verbrechen, doch dass aus den dafür angebauten Sojabohnen die von europäischen Konsumenten gern getrunkene Sojamilch gewonnen wird, gelte es gleichfalls in den Blick zu nehmen, sagte die neue Erntekönigin. Zudem warb sie dafür, bei aller Kritik nicht aus der Kirche auszutreten. Ihre Vorgängerin Dagmar Schmitz sieht im Erntedankfest eine gute Gelegenheit, „Respekt vor Natur und Menschen“ wieder deutlicher in Erinnerung zu rufen. Mit der britischen Biologin und Zoologin Jane Goodall hat sie den Eindruck, „dass wir die Weisheit unserer Vorfahren verloren haben, uns zu fragen, welchen Einfluss unsere Entscheidungen auf die Nachwelt haben“. Mertens hatte zuvor die Lebensmittelvernichtung kritisiert.

Angereist war eine Abordnung des Prignitzer Landfrauenvereins um Andrea Brüning und Doreen Lüdemann, die 2012 erste Erntekönigin in Rommerskirchen war. Die Frauen aus der brandenburgischen Partnergemeinde Karstädt sind Patinnen des Erntedankzugs – die Idee dazu war bei Pfarrer Thomas Spitzer bei der Feier des 20-jährigen Bestehens der Gemeindepartnerschaft 2011 in Karstädt entstanden. Musikalisch von den Eckumer Hobbymusikanten begleitet, setzte sich der Zug mit gut 100 Teilnehmern in Marsch. Am Caritashaus St. Elisabeth gab es eine kurze Andacht, ehe es zum Gottesdienst in die Samariterkirche ging. Anschließend wurde in Gemeindesaal und Pfarrgarten ausgiebig gefeiert, wobei die Eckumer Bürgerschützen für die Logistik zuständig waren.

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