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Rommerskirchenerin Eva Hrubesch näht für Wildtiere

Tierhilfe in Rommerskirchen : Die Rommerskirchenerin Eva Hrubesch näht für Wildtiere

Seit Anfang ist sie 2020 festes Mitglied einer digitalen Gemeinschaft, die Produkte wie kleine Tierhöhlen und Kuschenbeutel anfertigt, die unter anderem an Tierschutzvereine und private Tierschützer gehen.

Sie häkeln, nähen und stricken, und das für einen guten Zweck: In liebevoller Handarbeit fertigen die Ehrenamtlichen, die sich bei Facebook zu einer Gruppe mit dem Titel „Filzen, Stricken, Nähen für Wildtierpfleglinge“ zusammengeschlossen haben, kleine Tierhöhlen, Kuschelbeutel und Hängenester an. Dabei geht der Nest-Ersatz bundesweit an Tierschutzvereine, private Pflege- und Auffangstationen und so genannte „Päppler“, die verletzte und geschwächte Tiere gesund pflegen, um sie eines Tages wieder auswildern zu können. Aktuell beteiligen sich rund 100 aktive Näher – auch die Rommerskirchenerin Eva Hrubesch, die seit Anfang 2020 festes Mitglied der digitalen Gemeinschaft ist.

„Ich habe mich schon immer gerne für soziale Bereiche engagiert – jeder hat so sein eigenes Steckenpferd, bei mir sind es die Tiere. Meine Hunde habe ich immer aus Tierschutzvereinen geholt, und zusätzlich beteilige mich aktiv an der Tiertafel in Bergheim“, erzählt Hrubesch. „Darüber hinaus versorge ich die Vögel in meinem eigenen Garten regelmäßig mit Futter und schaue, ob die Igel gut genährt sind – über die Tiere bin ich schließlich auch zum Nähen gekommen.“

Denn Hrubesch wurde von den Mitarbeitern einer örtlichen Igel-Station gefragt, ob sie kleine Igel-Schlafsäcke, die als Nestersatz dienen sollen, nähen könne. „Ich kann eigentlich gar nicht nähen“, war damals ihre erste Reaktion. Nichtsdestotrotz entschied die 48-Jährige, sich mit der Anfertigung der „Kuschelwerke“ auseinanderzusetzen: Sie lieh sich kurzerhand eine Nähmaschine und schloss sich der Facebook-Gruppe „Filzen, Sticken, Nähen für Wildtierpfleglinge“ an. „Damals brauchte ich eine Anleitung zum Nähen und trat deshalb der Gruppe bei“, erinnert sie sich. „Bis heute bin ich Teil der Gemeinschaft und nähe noch immer: Das ist gerade in Zeiten von Corona eine schöne Beschäftigung.“

Längst beliefert die Gruppe, zu der mittlerweile über 2000 Mitglieder aus ganz Deutschland gehören, Tierschutzvereine, private „Päppler“, Wildtierstationen, Eichhörnchen- und Igel-Hilfen. „Unsere Gemeinschaft ist dabei sozusagen in zwei größere Gruppen unterteilt: Wir haben rund 100 Personen, die aktiv nähen, stricken oder häkeln. Und 100 Personen, die unsere Werke für ihre hilfsbedürftigen Tiere benötigen“, erklärt Hrubesch das Konzept. Gewissermaßen ähnele es einem kleinen Online-Shop: Es gebe eine Liste, auf der die angebotenen Artikel aufgeführt sind. Die Personen, die etwas benötigen, geben ihren Wunsch ab und bestimmen die Größe des Werkes.“

Im Fokus der Ehrenamtlichen steht laut Hrubesch, „den Wildtierstationen eine Last abzunehmen, da sie bereits eine wertvolle Arbeit verrichten. Die Pfleger sparen dadurch Zeit, denn sie erhalten fertige Nester, in denen sie die Tiere direkt unterbringen können.“