Rommerskirchener Modellflugclub MFC Apollo startet in die Saison

Im Butzheimer Bruch in Rommerskirchen : Apollo-Modellflieger starten in die Saison

„Anfliegen“ des MFC Apollo im Butzheimer Bruch: Höchstspannungsleitung wird weiter kritisch beäugt.

Die Sonne ließ sich nur selten blicken, fast regelmäßige Regenschauer und heftiger Wind führten dazu, dass die Resonanz beim Saisonauftakt des Modellflugclubs (MFC) Apollo im Butzheimer Bruch  eher „sparsam“ ausfiel, wie der stellvertretende Vorsitzende Gregor Jansen kurz nach dem Abschluss des traditionellen „Anfliegens“ sagte. Angesichts von immerhin gut 25 Besuchern, die dennoch den Weg zum Fluggelände im Butzheimer Bruch fanden, waren er und seine Mitstreiter am Ende gar nicht mal enttäuscht vom Publikumsinteresse. Weiterhin kritisch beäugen die Verantwortlichen jedoch die neue Höchstspannungeleitung.

Mit 55 Modellfliegern, inklusive einiger „Passiver“, ist es dem MFC Apollo in den vergangenen Jahren gelungen, seine Mitgliederzahl konstant zu halten. Weiterer Zuwachs ist dringend erwünscht, was insbesondere für jüngere Mitglieder gilt.

Auch nach mehr als einem halben Jahr sorgt die im September 2018 nötig gewordene Verschiebung des „Abfliegens“ für ungetrübte Heiterkeit bei den Mitgliedern. Der Butzheimer Bruch befand sich nämlich innerhalb der Flugverbotszone, die damals damals aus Anlass des Besuches des türkischen Staatspräsidenten Erdogan in Köln eingerichtet worden war. Ebenso wie der umstrittene Staatsgast überstand auch der MFC Apollo den Besuch schadlos: Das „Abfliegen“ fand tags darauf statt und bescherte dem Verein bei sonnigem Wetter einen entsprechend guten Besuch. Nächster „Großkampftag“ wird nun das Segelfliegen am 1. Juni sein.

Eingefleischte Modellflieger besitzen natürlich weitaus mehr als ein oder zwei Maschinen. Gregor Jansen etwa dient eine gut 70 Quadratmeter große Fläche als „Privathangar“ für aktuell etwa 15 Modelle. Auch Rainer Dittel nutzt den heimischen Keller als Refugium für seine Maschinen: „Meine Frau muss dann immer drum herum gehen“, berichtet er schmunzelnd. Zehn Flugzeuge besitzt Vorstandsmitglied Horst Ehl, wobei davon jedoch nur acht in flugfähigem Zustand sind.

Ein wenig beruhigt haben sich beim MFC Apollo zwar die Befürchtungen angesichts des von der Firma Amprion beabsichtigten Baus neuer Höchstspannungsleitungen, ganz aufgelöst sind sie noch nicht. Derzeit sind im Bruch bereits etliche niedergelegte Masten zu sehen. „Im Moment sieht es nicht so aus, als ob es viel schlimmer wird“, meint Gregor Jansen verhalten optimistisch. Zu Amprion hat der MFC seit längerem keinen Kontakt. Die bislang letzte offizielle Auskunft des Unternehmens gab es 2014, wonach für den Flugbetrieb keine Beeinträchtigungen zu erwarten seien. Bürgermeister Martin Mertens hofft mit dem MFC Apollo, dass dies wirklich der Fall sein wird, und „dieses tolle Angebot für Modellflug-Enthusiasten in Rommerskirchen erhalten bleibt“. Immerhin: Der MFC Apollo feiert 2019 sein 45-jähriges Bestehen, wobei Gründungsmitglieder das Gelände im Bruch schon seit 1973 nutzen.

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