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Rommerskirchen- Zweite Naturgruppe in Frixheimer Kindertagesstätte

Pädagogisches Modell in Rommerskirchen : Zweite Naturgruppe in Frixheim

Neben den beiden Naturgruppen in der Frixheimer Kindertagesstätte gibt es seit 2018 auch eine in Rommerskirchen. Das Prinzip: Die Kinder halten sich den halben Tag im Freien auf.

Wäre es am Abend zuvor etwas mehr als nur Schneeregen gewesen, hätten die Kinder der neuen Naturgruppe in der Tagesstätte „Pusteblume“ am Freitag dort ihren ersten Schneemann bauen können. Doch auch wenn sie hierauf verzichten mussten, kam bei ihnen keine Langeweile auf.

Den halben Tag halten sich die Kinder im Freien auf, wobei auch für sie nicht selten das Waldstück um die Nettesheimer Grillhütte und den Bahndamm beliebte Betätigungsfelder sind. Hier haben in den vergangenen 20 Jahren ganze „Generationen“ von Vorschulkindern gespielt und dabei ein Modell etabliert, dass bei seinem Start 1998 noch als Notlösung galt.

Die erfreute sich bald einer derart großen Popularität, dass auch die zu Beginn des Jahrzehnts kurz erwogene Schließung schnell vom Tisch war. Damals ging es um die Einsparung von Kindergartenplätzen, heute stehen die Verantwortlichen vor ganz anderen Problemen, wie Dezernent Elmar Gasten und die auch für die Tagesstätten zuständige Amtsleiterin Monika Lange unisono deutlich machen: „Wir fahren immer noch hart am Anschlag.“ Dass seit 2016 zwei Großtagespflegen in Butzheim und Rommerskirchen gebaut und sechs zusätzliche Kita-Gruppen eingerichtet wurden, hat hieran nichts grundlegend ändern können. Engpässe, die zum Improvisieren zwingen, bleiben auch dann eine Gefahr, wenn die bislang nur drei Kinder im Alter von drei und vier Jahren zählende Gruppe voll ist und 20 Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren in der bislang noch namenlosen Naturgruppe zugange sein werden. Betreut werden sie von drei Erzieherinnen. Einen eigenen Raum hat die Gemeinde durch Umbauten im benachbarten Turnhallengebäude geschaffen, doch spielen die Kinder natürlich auch auf dem Hauptgelände der „Pusteblume“ und in den Innenräumen. Dass die Kinder der Naturgruppe „niemals“ krank würden, wie in elterlichem Überschwang in der Vergangenheit schon mal gesagt wurde, kann Brigitte Kloße, die Leiterin der „Pusteblume“, zwar nicht bestätigen, dennoch gilt, dass „sie durch den Aufenthalt im Freien sicher mehr Abwehrstoffe haben“, während die Ansteckungsgefahr bei den drinnen spielenden Kindern größer ist.

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Die Naturgruppe lehnt sich in ihrem pädagogischen Konzept an die Waldpädagogik an, soweit dies möglich ist. Sie nimmt – anders als die anderen Gruppen – Jungen und Mädchen aus dem gesamten Gemeindegebiet auf, was gleichermaßen für die angestammten „Schlammspringer“ und die bald nach deren 20. „Geburtstag“ 2018 gestartete Naturgruppe bei den Rommerskirchener „Gillbach-Wichteln“ gilt.