Rommerskirchen: Wohnungs-GmbH ist machbar

Rommerskirchen : Eine Wohnungs-GmbH ist machbar

Eine von Rommerskirchen und seinen potenziellen Partnern Bedburg und Kerpen veranlasste Studie geht von einem Eigenkapitalbedarf in Höhe von 46 Millionen Euro aus. Jetzt sprechen die Kommunen über die Finanzierung.

Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft durch die Gemeinde Rommerskirchen und ihre potenziellen Partnerstädte Bedburg und Kerpen im Rhein-Erft-Kreis ist grundsätzlich möglich. Zu diesem Schluss kommt eine durch den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VDW) erstellte Machbarkeitsstudie, die dem Rat in dessen jüngster Sitzung vorlag.

Strategisches Ziel ist die derzeit viel diskutierte Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, insbesondere für Familien und Senioren. Die Studie hält einen Eigenkapitalbedarf der neuen Gesellschaft in Höhe von 46 Millionen Euro für nötig. Erbracht werden kann dieses Kapital auch dadurch, dass die beteiligten Kommunen Grundstücke einbringen. Ergebnis-Parameter, die erfüllt sein müssten, bestünden darin, dass 3000 Euro je Quadratmeter inklusive eines Grundstücks als „Herstellungskosten“ zu veranschlagen sind. Der Fremdkapitalzins soll zwei Prozent betragen.

Für die ersten acht Jahre der Tätigkeit der Gesellschaft wird ein Bau von jährlich 50 Wohneinheiten angenommen. „Mehrheitlich positiv“ würden die Jahresergebnisse durch eine entsprechende Eigenkapitalunterlegung ausfallen, heißt es. Bis zum Jahr 2028 soll sich der Studie zufolge der Zinsaufwand reduzieren und das Jahresergebnis verstetigen. Ab 2022 wäre die Aufnahme von Fremdkapital nötig.

  • Rommerskirchen : Wohnungs-GmbH gewinnt an Konturen

„In den ersten zehn Jahren gibt es keine Gewinnausschüttung, und nach zehn Jahren gibt es moderate Gewinne“, erläutert Rechtsamtsleiter Gregor Küpper. Nicht vorgesehen ist, dass diese Gewinne etwa für den Haushaltsausgleich verwendet werden sollen.

Mit Blick auf das zu erreichende Ziel bezahlbaren Wohnraums sieht Bürgermeister Martin Mertens „einen wesentlichen höheren Bedarf, als das, was wir beschlossen haben.“ Daher wolle die Gemeinde „ein Zwei-Schienen-Modell“ betreiben, wonach zum einen die Gesellschaft gegründet werden soll, aber auch „die Kooperation mit privaten Investoren gesucht wird, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen“, sagt Mertens. Nicht geplant seien „Hochhäuser", wie Mertens schon vor geraumer Zeit betonte.

Bislang ist Rommerskirchen die erste der drei Kommunen, deren Rat die Studie vorgelegt wurde. Kerpen und Bedburg werden in den nächsten Wochen folgen. „Jetzt geht es darum, alle drei unter einen Hut zu bringen und eine gemeinsame Marschrichtung zu finden“, sagt Martin Mertens. In der Machbarkeitsstudie liest sich dies wie folgt: „Die Verwaltungen der einzelnen Kommunen müssen nach der jeweiligen Auswertung der Studie... prüfen, in welchen Anteilen und in welcher Höhe das notwendige Eigenkapital und die entsprechenden Grundstücke eingelegt werden können und ob gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen sind.“ Kerpen beispielsweise hat bislang keine Grundstücke, sondern ausschließlich Bareinlagen als Eigenkapital angegeben. Martin Mertens und sein Bedburger Kollege Sascha Solbach führen in Sachen Finanzierbarkeit des Projekts schon seit geraumer Zeit Gespräche mit der NRW- Bank.

Mehr von RP ONLINE