Rommerskirchen_ Winterausstellung dauert drei Monate

Kunst im Rathaus Rommerskirchen: Winterausstellung dauert ein Vierteljahr

Zwölf Frauen und zwei Männer stellen im Rathaus  mehrere Dutzend Gemälde, Fotografien und Grafiken aus. Die Werke lohnen allemal ein längeres Verweilen. Besucher haben bis 22. Februar die Gelegenheit.

Längst zum guten Brauch geworden, wird die jetzt eröffnete, neunte Winterausstellung mit der Dauer von gut einem Vierteljahr die bislang längste im Rommerskirchener Rathaus seit 2010 sein.

Erneut ist dort eine Gemeinschaftsausstellung zu sehen, für die diesmal zwölf Künstlerinnen und zwei Künstler verantwortlich zeichnen. Janne Gronen, seit 2007 Mitglied der bekannten Grevenbroicher Galerie Judith Dielämmer und Gründungsvorsitzende der Gruppe A 46 der GEDOK („Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“), setzte sich bei der Vernissage mit dem besonderen Charakter solcher Gemeinschaftsausstellungen auseinander. „Eine Gemeinschaftsausstellung ist immer etwas ganz eigenes, Besonderes.“ Jeden Künstler mit nur einem Satz zu würdigen, „würde tatsächlich niemandem gerecht“, sagte Janne Gronen. Da das Ganze mehr sei als seine Teile, komme es darauf an, von einer solchen Ausstellung „einen Gesamteindruck mitzunehmen“. Kennzeichnend für die jetzt im Rathaus eröffnete Schau sei „eine große Vielfalt des Ausdrucks“, betonte Janne Gronen. „Da wird die Grenzenlosigkeit der Kunst gefeiert, da lässt man sich inspirieren von der Natur, da probiert und experimentiert man oder stellt sich selber Themen“, umriss sie die Bandbreite der ausgestellten Arbeiten. „Weite lichte Weite, die uns etwas vom luftig leichten Sein in der Welt vermittelt“, ist laut Janne Gronen ebenso in der Ausstellung zu finden, die „die dunklen Seiten“, etwa der Nacht und der „Tiere der Nacht“. Kurzum: „Nicht weniger als unsere Vielfalt finden wir abgebildet“. lautete ihr Fazit. Ihrer Auffassung nach könnte „diese Ausstellung uns den Blick auch wieder öffnen für den Wert einer Auseinandersetzung mit Menschen, Dingen und Orten.“

  • Lehmbruck-Museum : Gemeinschaftsausstellung der IG Duisburger Künstler 

Bürgermeister Martin Mertens beschäftigte sich in seinem Grußwort mit den Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Politik und Kunst. Auch für ihn ist es „die Vielfalt, die den Reiz und das Markenzeichen der Ausstellung ausmacht.“ Ihm zufolge „lehrt die Kunst uns sehen“. Bilder schärften den Blick für „das Geflecht von ,kleinen Dingen’, Situationen und Stimmungen, die wir üblicherweise übersehen haben“, sagte er. Sie „erweitern und verändern die Wahrnehmung und fordern dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen heraus“, betonte Mertens. Auch wenn die Gestaltungsfreiheit der Politik viel beschränkter als die der Kunst sei, könne die Bewusstseinsbildung die Unterstützung durch die Kunst sehr gut gebrauchen, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Mit vollem Elan dabei ist auch wieder Martha Reiter, mit 82 Jahren die älteste Teilnehmerin, die ebenso wie Annu Koistinen und Mareike Daennart zum harten Kern der „Winteraussteller(innen)“ zählt. Schon in der kommenden Woche  nimmt sie an einer weiteren Ausstellung der Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen in Knechtsteden teil, die unter dem Titel „Grafik und Malerei“ vom 8. Dezember bis 3. Januar 2019 zu sehen sein wird.

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