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Rommerskirchen: Tag der offenen Tür im Tierheim Oekoven.

Rommerskirchen : Hoher Kostendruck im Tierheim

Beim gut besuchten Sommerfest mit Tag der offenen Tür in Oekoven informierte Vorsitzende Uta Wegener über die Situation und die Probleme in der Einrichtung.

Lautes Gebell begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste im Tierheim Oekhoven am Sonntag. Wie jedes Jahr lud der Tierschutzverein für den Kreis Neuss zum Tag der offenen Tür ein. Eine kleine Tombola, Würstchen, Kaffee und Kuchen, Getränke und ein kleiner Trödelmarkt waren organisiert worden. Die Einnahmen des Tages kommen der Arbeit im Tierheim zu gute. Diese macht der Vorsitzenden Uta Wegener zwar Spaß, aber auch teilweise Sorgen.

Das Stammpersonal ist komplett ausgetauscht worden. Derzeit hat sie fünf Ganztagskräfte, eine Teilzeitkraft, eine Auszubildende und eine Bundesfreiwillige kümmern sich um die aktuell rund 300 Tiere. Davon ist mit 180 Tieren die Katzenfraktion am größten. Des Weiteren sind 50 Hunde und jede Menge Kleintiere und Schlangen in der Obhut des Tierheims. Und dementsprechend hoch sind die Kosten für den Verein. Alleine 140 € kostet beispielsweise die Grundnahrung für die Katzen. Wöchentlich. Hinzu kommt Spezialfutter für die Katzen in Quarantäne, die noch nicht geimpft sind. Dazu kommen Tierarztkosten in Höhe von 40.000 bis 50.000 € im Jahr. Von den Kommunen bekommt der Verein 3222 Euro Zuschuss zu den Unterhaltskosten, und das komplette Personal wird bezahlt. „Aber alleine die Kosten für Strom sind deutlich höher als der Zuschuss, den wir bekommen“, sagt die Vorsitzende.

Seit 25 Jahren kümmert sie sich aus Überzeugung um die Tiere. „Es ist nicht immer einfach, aber es ist schön, wenn wir immer wieder Unterstützung bekommen.“ Diese kommt hauptsächlich über Spenden oder Patenschaften. „Jede noch so kleine Spende hilft uns weiter. Auch kleine Patenschaften für ein Tier. Und wenn es nur fünf Euro sind, die nicht wirklich weh tun, weil sie sonst irgendwo anders im Monat verschwinden“, so Wegener.

Diverse Langzeitgäste hat das Tierheim, beispielsweise den American Staffordshire-Terrier Zeuss und den Staffordshire-Terrier Champ. Bei den schwer vermittelbaren Tieren ist oft das Problem, dass sie sich kaum mit anderen Tieren vertragen und deswegen im Tierheim wild und laut wirken. Katzen können gegenüber Fremden auch manchmal aggressiv reagieren, was abschreckend wirken kann. Andere Gäste, wie der altdeutsche Schäferhund Desperados, kamen krank und vernachlässigt ins Heim. „Desperados hatte kaum noch Fell. Er hat sich zwar weitgehend erholt, aber seine Ohren werden immer eine besondere Behandlung erfordern“, erklärt Wegener.

Wer sich selber vorstellen kann, eine Patenschaft für ein Tier zu übernehmen, kann sich im Internet imformieren, welche Tiere noch einen Paten suchen. Dort gibt es eine aktuelle Liste mit Fotos und Informationen zu den Tieren. Die Besucher, die zum Tag der offenen Türe kommen, kennen Uta Wegener meistens. Es sind Paten oder „Stammgäste“, die jedes Jahr vorbeischauen. Hier und da schien an diesem Wochenende aber auch mal ein neues Gesicht dabei gewesen zu sein. „Man sich aber auch jederzeit direkt bei uns erkundigen, wie man helfen kann“, so Wegener.