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Rommerskirchen: Streit am Heimchesweg ist eskaliert

Rommerskirchener Anwohner ruft die Polizei : Streit am Heimchesweg ist eskaliert

Heimchesweg-Anwohner Josef Weyrauch stoppt einen Traktor und ruft die Polizei. Die Landwirte sagen ihre Teilnahme an einem Krisengespräch im Rathaus ab. Vertreten wird sie Peter Herzogenrath, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft.

Im anhaltenden Konflikt um die Nutzung des Heimcheswegs durch landwirtschaftliche Fahrzeuge soll es am Freitag kommender Woche, 8. Juni, ein Schlichtungsgespräch im Rathaus gegeben. Bürgermeister Martin Mertens hat hierzu Anwohner des Heimcheswegs und Landwirte ebenso eingeladen wie Vertreter von RWE Power. Die Landwirte wollen an diesem Gespräch indes angesichts "der emotional aufgeladenen Situation" nicht teilnehmen, wie Willi Kremer-Schillings sagt. Kurz nachdem ihn die Einladung der Gemeinde erreicht habe, sei die Situation eskaliert, sagt Kremer-Schillings.

Anwohner Josef Weyrauch, der den über den Heimchesweg führenden landwirtschaftlichen Verkehr seit Wochen mit Argusaugen verfolgt, hatte nämlich einen Traktor an der Weiterfahrt gehindert, weil der angesichts eines geparkten Lastwagens und einer Baustelle der Telekom erst rechts und dann links über den Gehweg gefahren sei. Weyrauch zufolge sei der Traktor auch über sein Privatgrundstück gefahren. "Ich habe den Traktor laufend überholt und bin auf dem Gehweg vor meinem Haus fotografierend stehen geblieben. Der Traktor blieb kurz vor mir erst stehen. Der Fahrer war sich keiner Schuld bewusst. Ich habe dann die Polizei gerufen", berichtet Weyrauch weiter. Die traf auch tatsächlich vor Ort ein, wo inzwischen auch Willi Kremer-Schillings zugegen war, der Weyrauchs Verhalten als "Unverschämtheit" wertet. "Die Kollegen haben sich eine Dreiviertelstunde Zeit genommen, um die Situation zu beruhigen", sagt Polizeisprecherin Diane Drawe. Während Josef Weyrauch von "mangelndem Unrechtsbewusstsein" der Landwirte spricht, müssen sie dieses offensichtlich auch nicht haben. Mit Blick auf die konkrete Situation vor Ort ist es zu keinen Sanktionen gekommen. Den Traktorfahrer angesichts der für ihn nicht passierbaren Straße wegen einer Ordnungswidrigkeit zu belangen, komme einem "Schildbürgerstreich" gleich, meint Diane Drawe.

Verhalten kann als Nötigung ausgelegt werden

Gegenüber Weyrauch haben die Polizisten deutlich gemacht, dass sein Verhalten als Nötigung gewertet werden könnte, wie dieser selbst einräumt. Damit dieser Straftatbestand erfüllt sein kann, muss der Eingriff "massiv" sein, so Diane Drawe. Danach sah es nach dem Urteil der Beamten jedoch offensichtlich nicht aus. Vertreten lassen wollen sich die Landwirte bei dem Gespräch am 8. Juni durch Peter Herzogenrath den Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach. Der Jurist ist nach eigenen Worten "emotional unbefangen" und will seinen Beitrag zu einer "Versachlichung der Diskussion" leisten. Josef Weyrauch will auf jedem Fall an dem Gespräch teilnehmen und eine Alternativlösung ins Gespräch bringen: Die könnte darin bestehen, dass ein parallel zur Bahn laufender Feldweg reaktiviert würde. Was Willi Kremer-Schillings nicht rundweg bestreitet. "Theoretisch könnte dies ein Ansatz sein, praktisch ist es schwer vorstellbar. Abgesehen davon, dass der Feldweg ertüchtigt werden müsste", sei die Zufahrt zu dem Weg überaus problematisch.

(NGZ)