Rommerskirchen: So schützen der Senioren-Park "carpe diem" und das Caritashaus St. Elisabeth ihre Bewohner vor der Hitze

Rommerskirchen: Seniorenheime trotzen der Hitze

Mit vielfältigen Strategien sollen die Bewohner von den Strapazen der hohen Temperaturen entlastet werden. Im Caritashaus St. Elisabeth werden sogar Planschbecken für die Füße eingesetzt.

Kegeln und Sitztanz – auf der Beliebtheitsliste der Bewohner im Rommerskirchener Senioren-Park „carpe diem“ stehen diese Beschäftigungen weit oben. Doch aktuell müssen sich die bewegungsfreudigen Damen und Herren aus der Einrichtung auf geruhsamere Tätigkeiten verlegen. Die anhaltende Hitzewelle macht zuviel körperliche Aktivität gefährlich. „Auch auf Spaziergänge und Tagesausflüge verzichten wir zurzeit möglichst“, sagt Einrichtungsleiter Carsten Wohlfarth.

Trist und langweilig wird das Leben im „carpe diem“ deshalb aber nicht. „Wir bieten drinnen in den Räumen Alternativen an“, berichtet Wohlfarth und verweist auf ruhige Beschäftigungen wie Gesellschaftsspiele, Gedächtnistraining und Klönrunden. In der Einrichtung gibt es sogar ein zweiseitiges, hausspezifisches Konzept zum Verhalten in Hitzeperioden. Darin wird daran erinnert, unnötige Wärmequellen wie zum Beispiel entbehrliche Beleuchtung abzuschalten, Fenster tagsüber zu schließen, um die Hitze auszusperren, Aktivitäten draußen zu vermeiden, zusätzliche Getränke anzubieten und manches mehr. Mitunter ist es gar nicht so einfach, die Senioren dazu zu bewegen, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, weil oft ihr Durstempfinden herabgesetzt ist, weiß Wohlfarth. Demente Menschen seien nicht selten sogar doppelt schwer zum Trinken zu bewegen. Ausgeglichen werde dies mit Nahrungsmitteln, die einen hohen Flüssigkeitsanteil haben. So stehen momentan Wassermelonen, Eiscreme, Kaltschalen und Ähnliches häufig auf dem Speiseplan. Darüberhinaus werde auf leichte, luftdurchlässige Kleidung und leichtes Bettzeug geachtet, an bettlägrige Bewohner würden kleine Ventilatoren verteilt. Auch feuchte Wickel für Handgelenke und Waden verschaffen Abkühlung, ebenso Fußbäder.

Damit haben auch die Verantwortlichen im Caritashaus St. Elisabeth gute Erfahrungen gemacht. Vor rund einem Jahr sei erstmals ein Planschbecken für die Füße der Bewohner aufgestellt worden, und weil das so gut angekommen sei, habe man jetzt gleich Nachschub angeschafft, erzählt Pflegedienstleiterin Sabine Blum. Die Strategien zur Hitzebekämpfung in ihrem Haus ähneln denen im „carpe diem“. Anstrengungen wie Gymnastikübungen werden vermieden, es werden Fruchtcocktails und zusätzliche Getränke angeboten. Der Einrichtungsleitung ist es auch wichtig, dass sich neben den Bewohnern auch die pflegenden Mitarbeiter nicht übernehmen. „Sie sind angehalten, öfter Pausen einzulegen“, sagt Sabine Blum. Schließlich sollten sich die Mitarbeiter über ihre oft anstrengende Arbeit zum Wohl der Senioren nicht selber vergessen.

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Eine deutliche Zunahme von Kreislaufzusammenbrüchen oder vergleichbaren hitzebedingten Symptomen verzeichnen übrigen beide Rommerskirchener Senioreneinrichtungen nach eigener Aussage nicht. Einzelne Fälle gebe es aber, sagt Sabine Blum. Ein Bewohner sei unter der Woche vorsichtshalber ins Krankenhaus verlegt worden.

Das im Jahr 2007 eröffnete Caritashaus St. Elisabeth an der Elisabethstraße bietet rund 80 Bewohnern ein Zuhause, im Senioren-Park „carpe diem“ an der Venloer Straße gibt es etwa dieselbe Anzahl Pflegeplätze, hinzu kommt noch Betreutes Wohnen.