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Rommerskirchen sagte sehr frühzeitig den Karnevalsumzug ab

Jeck in Rommerskirchen : Gemeinde sagte sehr frühzeitig den Karnevalsumzug ab

Betroffen sind neben den vielen Rommerskirchenern am Straßenrand auch die 48 Karnevalsgruppen, die sich lange vorbereitet haben.

Am Karnevalssonntag haben es nicht nur die Rommerskirchener Jecken mit dem Orkantief „Victoria“ zu tun bekommen. Mit einem „Sieg“ hatte das allerdings wenig zu tun. Und doch kam der Karneval kam auf seine Kosten. Denn was da am Vormittag zunächst als leichte Brise von den Britischen Inseln herüber kam, wuchs sich von Stunde zu Stunde zu einem richtigen Sturm aus, begleitet von wahren Regengüssen. Zugleiter Ralph Konitzer von der Karnevalsgesellschaft Rut-Wiess Rommerskirchen, der bereits seit zwölf Jahren dabei ist, kann sich nicht erinnern, dass er schon einmal in dieser Situation gestanden hatte und einen Festzug mit einem solchen Vorlauf kurzerhand absagen musste.

Entsprechend schwer ist den Organisatoren denn auch die Entscheidung gefallen. „Um 10 Uhr war die Gefährdungslage so bedrohlich“, berichtet Konitzer, „dass wir handeln mussten.“ Galt es doch unbedingt, Rücksicht auf Akteure und Besucher zu nehmen. Eingehend geprüft werde eine Verschiebung. Bei dieser Terminklärung muss eine Menge bedacht werden. Die Teams auf den 48 Mottowagen haben jedenfalls verständnisvoll, wenn auch traurig auf die Lage reagiert.

Ihre Reaktion trifft am besten die allzeit hoch gehaltene karnevalistische Devise: „Ob Rään, Schnie oder Sunnesching, Falstelovend is unser Ding“, wie sie nicht zuletzt die Tollitäten Prinz Henry I und ihre Lieblichkeit Anastasia I in allen Ehren halten. Das Abschmücken der fantasievoll geschmückten Mottowagen wird jedenfalls keine große Mühe sein, denn in Rommerskirchen verzichtet man traditionell auf allzu überladende Verzierungen aus Pappmaché. Es wäre eine imposante Wagenfolge gewesen, die von der Polizei und der Zugleitung angeführt worden wäre. Alle hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, ob nun die Gruppe „Wir gehen bei jedem Wetter baden“, „Mer stelle die Pyramide op dr Kopp“ oder „Eesch en´s Dampf avlosse“. 

Alles war versucht worden, um dem Sturm standzuhalten. Wagen und Anhänger waren so gestaltet und bepackt, dass nichts abbrechen, herunterfallen oder wegwehen konnte. Auf Anbauten war weitgehend verzichtet worden. Trotzdem wurde kräftig gefeiert, versammelten sich die trocken gebliebenen Jecken privat, im Zelt oder in den Gaststätten und ließen ihre Narrenrufe erschallen: „Dreimal Gillbach Allau.“