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Rommerskirchen: Photovoltaikanalage versorgt Kirche und Nebengebäude

Pfarrgemeinde St. Martinus Nettesheim : Grüner Strom für Kirche und Pfarrheim

Der Kirchenvorstand der Gemeinde St. Martinus in Nettesheim will mit nachhaltigen Projekten einen Beitrag für die Umwelt leisten. Zwei Fotovoltaikanlagen versorgen jetzt Kirche, Pfarrheim und Bücherei mit sauberem Strom.

Den göttlichen Auftrag „Bewahrung der Schöpfung“ nehmen die Mitglieder des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde St. Martinus Nettesheim wörtlich. Um einen Beitrag für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu leisten, haben die Verantwortlichen neben weiteren Projekten auf Pfarrheim- und Büchereidach je eine Fotovoltaikanlage installieren lassen, die Pfarrheim, Kirche und Bücherei mit eigenem, „grünem“ Strom versorgt. „Wir wollten damit auch ein Zeichen setzen und haben das Projekt der Umwelt zuliebe einfach angepackt“, erklärt Matthias Schlömer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Das Projekt solle eine Investition in die Zukunft sein. Kostenpunkt: ein hoher fünfstelliger Betrag. „Man kann nicht nur darüber diskutieren und debattieren“, meint Schlömer. „Es ist vieles möglich, man muss es nur wollen.“

Gemeinsam mit dem Generalvikariat des Erzbistums Köln und einem großzügigen Zuschuss von Greenpeace, für den Matthias Schlömer einen umfangreichen Antrag gestellt hat, konnten die Kollektoren realisiert werden. Mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Pfarrheims sollen das Pfarrheim selbst, aber auch die Kirche mit Strom versorgt werden. Ein entsprechender Speicher sollte in diesen Tagen eingebaut werden, aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten verzögert sich die Installation. Die Bücherei wird über die eigene Anlage versorgt.

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Über eine App kann nun genau verfolgt werden, wieviel Strom wo verbraucht wird und was über die Anlage produziert wird. „Wir hatten das Problem, dass morgens um 6 Uhr ein Verbrauch aus der Kirche angezeigt wurde und wussten zunächst nicht, woher“, erzählt Werner Balzer, zweiter stellvertretender Vorsitzender des KV. Eine Lüftungsanlage war verantwortlich. Da wegen des noch fehlenden Speichers um diese Uhrzeit noch kein Strom eingespeist wird, wurde die Zeitschaltuhr anders eingestellt. „So wird man jetzt sehen, was man verbessern kann.“

Um das Büchereigebäude noch nachhaltiger zu bewirtschaften, sollen die bestehenden Nachtspeichergeräte in Kürze gegen eine umweltfreundliche Luftwärmepumpe ausgetauscht werden. Außerdem wird jetzt das Oberflächenwasser von Pfarrheim und Bücherei genutzt, um die Pflanzen im Martinuspark mit Wasser zu versorgen. Dafür wurden eigens Rohre verlegt, die das Wasser nicht mehr in die Kanalisation, sondern in den Park und damit ins Grundwasser leiten. „So bekommen die Pflanzen im Park genügend Wasser“, erklärt Matthias Schlömer. Ursprünglich war auch geplant, das Oberflächenwasser des Kirchengebäudes ins Grundwasser abzuleiten. „Weil aber stellenweise Kupfer auf dem Dach verbaut ist, hätten wir wir für sehr viel Geld bestimmte Filter einbauen lassen müssen. Das hätte in keinem Verhältnis gestanden und den Rahmen gesprengt“, so Schlömer.

Um auch einen Beitrag für die Tierwelt zu leisten, hat die St. Sebastianus-Bruderschaft 20 Nistkästen gekauft, die von Kindern aus Kitas in Nettesheim und Frixheim hübsch gestaltet wurden. Die Bruderschaft kümmert sich in Absprache mit dem Kirchenvorstand um die Pflege des Martinusparks rund um die Kirche und hat auch Blühstreifen und Insektenhotels insatlliert. Ein weiteres Projekt sieht die Sanierung der denkmalgeschützten Kirchenmauer um den Park, die im Sommer durch einen Fachmann durchgeführt werden wird. Auch das Kriegerdenkmal soll restauriert werden. Zudem möchte der KV einen wirklich barrierefreien Zugang zur Kirche schaffen. Aktuell gibt es noch eine kleine Stufe, die durch eine Rampe zu überwinden ist.

Mit diesen nachhaltigen Projekten will die Kirchengemeinde die Gebäude und Grundstücke für die Zukunft und die nachfolgenden Generationen erhalten. „Die Zusammenarbeit mit allen, auch mit den Vereinen funktioniert prima“, sagt Matthias Schlömer. „Durch ein gutes Miteinander und Zueinander ist viel möglich. Und jeder kann etwas tun und einen Beitrag leisten.“