Rommerskirchen -Ortsdurchfahrt Sinsteden ist nun Gemeindestraße

Ortsumgehung Rommerskirchen : B 59 wird in Sinsteden zurückgebaut

Die Ortsdurchfahrt ist seit 1. Oktober eine Gemeindestraße. Im März 2020 soll eine Planwerkstatt über Umbaumöglichkeiten beraten.

Von den bislang mehr als 20 Ortsteilgesprächen, zu denen Bürgermeister Martin Mertens seit 2014  eingeladen hatte, war das in Sinsteden eines der am besten besuchten. Zeitweise mehr als hundert Besucher brachten die Begegnungsstätte in der Alten Schule an die Grenze ihres Fassungsvermögens.

Angesichts der gerade eröffneten Ortsumgehung Sinsteden auf dem zweiten Teilstück der B 59n ist dies nicht verwunderlich: Mit der am 1. Oktober erfolgten Freigabe ist die Ortsdurchfahrt  auf einer Länge von mehr als 1,3 Kilometern automatisch zur Gemeindestraße zurückgestuft worden. Eine Konsequenz hieraus besteht darin, dass diese zurückgebaut werden muss. Dies ist im Planfeststellungsbeschluss für den Bau der B 59n festgelegt.

Der Rückbau dient als Ausgleichsmaßnahme, zur Minderung des Versiegelungsgrades und zur ökologischen Aufwertung der durch den Bau der B 59n verursachten Neuversiegelung. Die mit der Eröffnung der neuen Trasse und der Rückstufung der Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße verbundene, überaus optimistische Annahme: Von den bislang zeitweise mehr als 10.000 Fahrzeugen, die die Ortsdurchfahrt täglich passierten, sollen am Ende auf der Grevenbroicher Straße nur noch 700 übrig bleiben.

Für März 2020 ist eine Planwerkstatt vorgesehen, bei der Experten und Bürger über geeignete Konzepte für den Rückbau der Ortsdurchfahrt diskutieren sollen, mit dem der ortstrennende Charakter der bisherigen B 59 überwunden werden kann.

Martin Mertens versicherte den Bürgern, dass eine Umsetzung erst dann erfolgen werde, wenn sichergestellt sei, dass auf sie keine Kosten zukommen. Beim Umbau der Grevenbroicher Straße sollten „nicht dieselben Fehler gemacht werden, wie bei der Venloer Straße“, hatte Mertens bereits beim ersten Sinstedener Ortsgespräch im März 2018 gesagt.

Diskutiert wird insbesondere ein Ortsmittelpunkt, der durchaus eine Art „Dorfplatz“ sein könnte. Wie sich bei einem im Frühjahr 2018 abgehaltenen Bürgergespräch der UWG gezeigt hatte, wünschen sich die Bürger mehr Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Zugleich werden eine Bäckerei, ein Café oder ein Kiosk favorisiert.  Auch  ein verbessertes ÖPNV-Angebot, vor allem an den Wochenenden, ist im Gespräch. Eine Möglichkeit wäre hier ein von Mertens bereits vor  anderthalb Jahren genannter, im Halbstundentakt in Richtung Bahnhof verkehrender Ortsbus.

Ein  mit dem bisherigen Zustand eng zusammenhängendes Problem ist die Parkplatzsituation entlang der Grevenbroicher Straße. Josef Klasen regte hier  jetzt die Anlegung von Parkbuchten an, die ein geordneteres Parken ermöglicht, als es derzeit der Fall ist.  Schließlich wünschen sich die Einwohner auch innerörtliche Baumöglichkeiten für ihre Kinder.

Vermehrt gesichtet worden sind im südlichen Bereich des gut 700 Einwohner zählenden Orts Ratten. Die Verwaltung wurde hierüber informiert und wird sich des Problems annehmen

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