Rommerskirchen - Noch keine Normalität im Feldbahnmuseum Oekoven

Feldbahnmuseum Rommerskirchen-Oekoven : Eisenbahnfreunde bringen 100.000 Euro privat auf

Im Juli soll im Feldbahnmuseum Oekoven erstmals wieder das seit April 2018 geschlossene „Bistro 600“ geöffnet sein.

Nicht gerade in Jubelstimmung versetzte Marcus Mandelartz, den Chef des von den Kreisbehörden geplagten Feld- und Werkbahnmuseums in Oekoven, der jüngste Fahrtag auf dem weitläufigen Museumsgelände. Bei viel Sonne und hohen Temperaturen erwiese sich die Besucherresonanz jetzt nämlich als durchaus ausbaufähig. „Beim Start am Ostermontag war der Besuch hervorragend“, sagt Mandelartz, doch die beiden ersten Fahrtage im Mai und Juni haben da offensichtlich nicht mithalten können. Dies ist umso bedauerlicher, als die Eisenbahn-Enthusiasten gleich verschiedene Zugmaschinen im Einsatz hatten, darunter auch die inzwischen 78 Jahre alte Dampflok „Hilax“, die seit 2015 wieder fahrbereit ist.

Marcus Mandelartz geht fest davon aus, dass bereits im Juli das seit mehr als einem Jahr geschlossene „Bistro 600“ wieder geöffnet sein wird. Auch dieses hatte aufgrund einer Ordnungsverfügung des Kreises vom April 2018 schließen müssen. Was für Mandelartz bis heute nicht nachvollziehbar ist, habe doch der frühere Kreisbrandmeister Reinhard Seebröker hier vor einigen Jahren die Bauabnahme vorgenommen. „In jedem Fall stattfinden“ werden nach seinen Worten vor Weihnachten wieder die Nikolausfahrten, die publikumsträchtigsten und lukrativsten Veranstaltungen für das Feldbahnmuseum überhaupt. Die mussten 2018 ausfallen, obwohl der Kreis die Ordnungsverfügung Ende des Jahres aufgrund eines verwaltungsgerichtlichen Vergleichs hatte zurückziehen müssen. Die monatelange Vorbereitungszeit ließ sich seinerzeit nicht binnen kurzem einholen.

Mögen im Zuge der fast einjährigen Schließung auch manche Mitglieder des Museumsvereins diesem den Rücken gekehrt haben, hat deren harter Kern ein bemerkenswertes Beispiel an Solidarität gegeben. Die gut 100.000 Euro, die die Umsetzung der Kreisauflagen voraussichtlich kosten soll, machen Marcus Mandelartz zufolge ein Mehrfaches der jährlichen Einnahme des Vereins aus. Gut zehn Mitglieder des Vereins haben nun dem Verein den Betrag als privates Darlehen zur Verfügung gestellt. Ansonsten kann der Verein auf die Unterstützung der Gemeinde und der Initiative „Vereine helfen Vereinen“ zählen. Jüngstes Beispiel: Ein Teil des Erlöses der Highland Games wird dem Feldbahnmuseum zugute kommen. Bürgermeister Martin Mertens zufolge hat die Gemeinde, abgesehen von den jährlichen Zuschüssen, den Museumsverein während der Schließung mit Leistungen im Gesamtwert von rund 20.000 Euro unterstützt. Was den Rhein-Kreis Neuss angeht, herrscht in dieser Hinsicht bislang Fehlanzeige. Ein im März gefasster Beschluss des Kreisfinanzausschusses sieht vor, dass der Kreis binnen zwei Jahren bis zu 40.000 Euro an den Verein überweisen würde – unter der Voraussetzung, dass die Gemeinde ihrerseits aus dem Haushalt einen Betrag in gleicher Höhe drauflege. Martin Mertens hatte ein solches Ansinnen bereits damals als „Geschäft zu Lasten Dritter“ abgelehnt. Schließlich ist nicht die Gemeinde verantwortlich für die finanzielle Schieflage des Vereins.

Dass in Oekoven noch längst keine Normalität eingekehrt ist, machten jetzt zwei vielleicht fünf oder sechs Jahre alte Jungen deutlich, die angesichts eines kleinen Tümpels die die Frage aufwarfen, ob das Wasser denn nun „illegal oder privat“ sei.

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