Rommerskirchen: Neugestaltung Ortseingang Gill kommt

Rommerskirchen : Der Ortseingang Gill wird neu gestaltet

Eine Verschwenkung der Bergheimer Straße soll die B477 in Gill für Fußgänger und Radfahrer sicherer machen.

Geht alles glatt, dann könnte noch in diesem Jahr mit der Umgestaltung des Ortseingangs von Gill (aus Richtung Bergheim) an der Bergheimer Straße (B 477) begonnen werden. Die unterschiedlichen Interessen von Fußgängern, Rad- und Autofahrern, die oft schwer auf einen Nenner zu bringen sind, lassen sich an der Geschichte dieses Vorhabens besonders gut illustrieren.

Die Neugestaltung des Ortseingangs beschäftigt die Gemeinde bereits seit Februar 2016, als Bürger anregten, den Lückenschluss des Gehwegs entlang der Bergheimer Straße zwischen dem Ingendorfer Weg und der Bebauung herzustellen. Für Radler war und ist hier nicht allzu viel zu machen: Die Straße ist in diesem Bereich schmal und für diese durchaus gefährlich. Daher sind für Radfahrer bereits vor geraumer Zeit zwei Umfahrungen angelegt worden, die über benachbarte Wirtschaftswege führen.

Würde der Lückenschluss allein per Gehweg erfolgen, nützte dies den Radfahrern nichts, denn einen Gehweg dürfen sie nicht benutzen. Einen Radweg anzulegen, scheitert Tiefbauamtsleiter Rudolf Remert zufolge an den zur Verfügung stehenden Geländebreiten. Um die Situation dennoch zu entschärfen, ist im Bereich des Ingendorfer Wegs bereits eine Querungshilfe eingerichtet und die Bushaltestelle dorthin verlegt worden.

Inzwischen hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den Gehweg nicht auszubauen und stattdessen am Ortseingang eine weitere Querungshilfe zu installieren – worum sie zunächst den Landesbetrieb Straßenbau bat. „Hier stehen ausreichend Flächen für eine Fahrbahnverschwenkung zur zur Verfügung“, erläutert Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert. Der Landesbetrieb hat das Vorhaben zwar gebilligt, sah sich jedoch aufgrund fehlender personeller Kapazitäten nicht in der Lage, das Projekt selbst zu realisieren. Eine Verwaltungsvereinbarung zwischen der Behörde und der Gemeinde ermöglichte, dass dies in Regie der Gemeinde erfolgen konnte.

Damit jedoch nicht genug: Bei der konkreten Planung stellte sich heraus, dass eine bestehende Hofzufahrt bei einer verschwenkten Straße nur noch bedingt nutzbar wäre. Die Hoffahrt musste also verlegt werden, was Belange des Landschaftsschutzes tangierte. Erst vor einem Jahr gab es die Befreiung von dessen Festsetzungen, so dass die Planung dann weitergeführt werden konnte.

Die Planung konnte inzwischen mit dem Straßenverkehrsamt und dem Landesbetrieb endgültig abgestimmt werden. Beide Behörden haben für den Bau grünes Licht gegeben. Die Ausschreibung läuft derzeit noch.

Die voraussichtlichen Baukosten für den neu gestalteten Ortseingang dürften rund 100.000 Euro betragen. Gemäß der genannten Verwaltungsvereinbarung geht die Gemeinde in Vorleistung, während der Landesbetrieb ihr die Kosten erstattet.

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