Rommerskirchen -Nettesheim : Heimatverein veröffentlicht Heimatlieder

Rommerskirchen-Nettesheim: Rühriger Heimatverein : Alte Heimatlieder wieder populär machen

Nicht allein im Rheinland hat sich in etlichen Städten und Gemeinden der Brauch erhalten, zu besonderen festlichen Gelegenheiten ein Heimatlied anzustimmen. Dies gilt gerade auch für Nettesheim-Butzheim und die angrenzenden Dörfer.

Etlichen Mitgliedern des Vereins „Heimat + Historie NE-BU 962“ wie dem Vorsitzenden Peter Emunds und Vorstandsmitglied Theo Huppertz war dies schon immer bekannt, anderen weniger, und der überwiegende Teil der Einwohner dürfte noch nie davon gehört haben.

Mit seiner jüngsten, von der Sparkasse Neuss gesponserten, Veröffentlichung will der Verein die heute noch erhaltenen oder rekonstruierbaren Lieder zum einen der Nachwelt erhalten. Zudem sollen sie möglichst auch wieder gesungen werden, wie es einige Mitglieder jetzt schon bei der Vorstellung der Broschüre im Vereinslokal „Gillbach-Schänke“ getan haben. Peter Emunds und Theo Huppertz regen an, die „Hymne an unsere Heimat“ den Bürgern wieder näher zu bringen, damit sie sich mit dieser Hymne identifizieren können. Emunds und Huppertz sind überzeugt, dass dies nur dem Kirchenchor von St. Martinus und der Frixheimer Gemeinschaftsgrundschule gelingen kann.

„,Die Hymne an unsere Heimat’ wurde zum kulturellen Allgemeingut, bis sie von den Nazis rigoros verboten wurde. Sie war in Nettesheim und Butzheim fest verankert und wurde bei festlichen Anlässen von der gesamten Dorfgemeinschaft gesungen“, erzählt Emunds. Verfasser des Lieds war Siegfried Herz, der 1901 in Butzheim geboren wurde. Er gehörte in den 1920-er Jahren dem Männergesangverein an. Herz war Jude, was die Abneigung der Nazis gegen seine „Hymne“ erklärt. War der Abdruck des populären Lieds dennoch einmal unvermeidlich, hieß es „Verfasser unbekannt“, was immerhin auch Heinrich Heine mit seiner „Loreley“ widerfuhr. Siegfried Herz wurde 1942 in Auschwitz ermordet.

Aus der Feder des nach dem Zweiten Weltkrieg in Nettesheim und Butzheim wirkenden Pfarrers Joseph Zander stammt das Heimatlied „Gillbachland mein Heimatland“, das viele ältere Einwohner bei Lehrer Wilhelm Hoffmann lernten - der auch das Lied von Siegfried Herz vertont hat.

  • Rundgang durch Butzheim : Historischer Rundgang durch Butzheim

Nach wie vor gesungen wird das von Gertrud Hirtz- Willeke getextete „Gillbachland, du herrlich Stückchen Erde“, das stets am Ende der Karnevalssitzungen der Katholischen Frauengemeinschaft erklingt.

Gleichfalls „im Gebrauch“ ist das von Peter Schotten auf die Melodie der „Goldenen Trompeten“ geschriebene Heimatlied. Das Bundestambourkorps Amicitia Nettesheim 1919 spielt es an jedem Schützenfestmontag und dann noch einmal dienstags beim  Frühschoppen.

„Zu Butzem op der Kermes“ ist an ein altes deutsches Volkslied angelehnt und spiegelt im besten Platt den rheinischen Frohsinn wider.

Die Vereinsmitglieder treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat in der Gillbachschänke. Interessierte sind jederzeit willkommen.

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