Rommerskirchen: Nettesheim feiert 825-Jahr-Jubiläum

Rommerskirchener Ortsteil feiert ein Jahr lang : Samstag startet das 825-Jahr-Jubiläum

Mit einer Neujahrsmesse in St. Martinus beginnen heute die Feiern zum 825-jährigen Bestehen der Kirche und des Orts. Gewürdigt werden soll das Jubiläum das ganze Jahr über mit etlichen Veranstaltungen.

Die historisch erstmalige Erwähnung des Orts Nettesheim ging 1195 mit der seiner Pfarrkirche St. Martinus einher. Für den Verein „Heimat + Historie NE-BU 962“  lag daher nichts näher, das 825-Jahr-Jubiläum Nettesheims in dem traditionsreichen Gotteshaus zu starten – das in seinen Grundfesten natürlich ebenso wie der Ort als solcher deutlich älter ist.

Der Heimatverein und die Pfarrgemeinde laden daher für den heutigen Samstag, 4. Januar, zum Besuch der Neujahrsmesse in  St. Martinus ein, die um 17 Uhr beginnt und von Pfarrer Meik Schirpenbach zelebriert wird. In besonderer Weise gedacht wird dabei des einstigen Pfarrers Pater Johann H. Fischer, der großzügigen Stifterin Anna Maria Ehser und des Gutsherrn Kunibertus Hambloch, die auf jeweils verschiedene Weise größten Einfluss auf die Entwicklung des Dorfs hatten.   Im Anschluss an den Gottesdienst findet im benachbarten Pfarrheim ein Empfang statt.

„Wir hatten von Anfang an die Absicht, für die 825-Jahrfeier die Kirche und alle örtlichen Vereine zu gewinnen, und das ist gelungen“, sagt Walter Giesen, der stellvertretende Vorsitzende von „Heimat + Historie“.  Giesen zufolge sei es nicht darum gegangen, die 1000-Jahrfeier Butzheims (de facto war es die 1025-Jahrfeier) 1987/1988 zu kopieren, während der ein Jahr lang ein Festzelt an der Wyckgasse Schauplatz zahlreicher Events  war. Beibehalten wurde indes das auch vor mehr als 30 Jahren beherzigte Prinzip, monatlich zumindest  eine Veranstaltung anzubieten, wie Giesen und sein Vorstandskollege Thomas Huppertz betonen – nur der Urlaubsmonat Juli wurde ausgespart.

Nach dem heutigen Auftakt geht es am 15. Februar mit einer Lesung des Autorinnen-Duos Sigrid Konopatzki und Sylvia Filz in der Gaststätte „Gillbach-Schänke“ weiter. Für 4. März lädt Heimat + Historie zu einem Vortrag des Lokalhistorikers Josef Wißkirchen ein – gleichfalls in die „Gillbach-Schänke“ von Kadir Göktas. Wißkirchen, Verfasser von Standardwerken zur Geschichte der Juden auch in Rommerskirchen, wird über das Schicksal der jüdischen Familie Kaufmann berichten, die aus ihrem Heimatort Nettesheim erst verjagt und von den Nazis später ermordet wurde.

Unter dem Motto „Ein Herz für unsere Heimat“ steht für 30. Mai ein ganztägiger Kinder-Malwettbewerb auf dem Programm. Die Fronleichnamsprozession am 11. Juni soll (auch) im Zeichen des Jubiläums stehen. Für 20. Juni vorgesehen ist die offizielle Übergabe des Buchs zum geplanten Historischen Wanderpfad in Nettesheim.

Nach einer Pause im Juli geht es im August mit dem traditionellen Feuerwehrfest weiter, bei dem der Löschzug Nettesheims historisches Gerät und (ur-)alte Plakate aus seiner fast 110-jährigen Geschichte präsentieren will. Am 21. August wird die St. Sebastianus-Bruderschaft erstmals wieder zum „Konzert im Martinuspark“ einladen.

Am 7. November ist unter dem Titel „Kleine Kostbarkeiten der Kirche“ eine Führung durch St. Martinus geplant. Gleich darauf soll das Jubiläumsjahr mit einer heiligen Messe beendet werden, worauf noch am selben  Abend die Schlussveranstaltung in der Begegnungsstätte Alte Schule folgt. Was natürlich nichts daran ändern wird, dass auch „Heimat + Historie“ sich am 11. Dezember stimmgewaltig am Offenen Weihnachtssingen der Kirchengemeinde in St. Martinus beteiligt.