Rommerskirchen: Masten für neue Höchstspannungsleitung werden errichtet

Energieversorgung bei Rommerskirchen: „Maststocken“ beginnt

Die Masten der neuen Stromleitung bei Anstel werden in den nächsten zwei Wochen aufgestellt.

Autofahrer, die auf der B 280 und B 380 unterwegs sind, und Spaziergänger, die bei Anstel oder Gohr über die Wirtschaftswege wandern, erwarten spektakuläre Anblicke. In den nächsten zwei Wochen will der Stromnetzbetreiber Amprion zwischen Rommerskirchen und Gohr die Masten für ein rund zehn Kilometer langes Teilstück einer 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung errichten. Das teilte Joëlle Bouillon von der Projektkommunikation bei Amprion am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Höchstspannungsleitung wird direkt entlang der bereits vorhandenen Freileitung gebaut. Das Teilstück bei Rommerskirchen soll Ende dieses Jahres fertig sein. „Wir können wahrscheinlich im Mai die Seilzüge für die Leitungen an den Masten anbringen“, sagt die Amprion-Sprecherin.

Teilstücke für die neuen, rund 55 Meter hohen Masten sind bereits zur Verarbeitung bereitgelegt worden. Foto: Stefan Schneider

Wesentliche Vorarbeiten sind bereits erledigt worden. „Fast alle Fundamente für die Masten sind fertig“, berichtete Bouillon. Zudem wurden die einzelnen Bauteile für einige der Pfeiler bereits an Ort und Stelle zur weiteren Verarbeitung bereit gelegt. Denn was nun folgt, ist das „Maststocken“, wie Bouillon erklärt. Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich der schrittweise Aufbau der Masten, die Stück für Stück „aufgestockt“ werden. „Das sieht schon spannend aus, wenn an jeder Ecke der Mastenunterteile Arbeiter sitzen, die das von einem Kran von oben ‚angereichte’ nächsthöhere Bauteil zur Verschraubung entgegennehmen“, urteilte Bouillon. Etage um Etage geht es in die Höhe, am Ende bringen es die Masten auf eine Größe von rund 55 Metern. Die Lebensdauer der Träger beträgt in der Regel 80 bis 100 Jahre.

Das Neubauprojekt in der Region umfasst nicht nur den Bereich Anstel und Gohr. Die neue Leitung soll die Umspannanlage Rommerskirchen bei Bergheim über Pulheim, Rommerskirchen und Dormagen mit der Schaltanlage Gohrpunkt verbinden. Der genannte Abschnitt erfordert laut Amprion eine Investition in Höhe von rund 17 Millionen Euro und soll 2021 fertiggestellt sein. Danach geht es mit dem Leitungsbau weiter in Richtung Osterath. Das Ganze ist eingebettet in das Großvorhaben einer durchgängigen Höchststromleitung von Weißenthurm im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz bis eben nach Osterath. Mit der Leitung soll die Übertragungskapazität im nördlichen Rheinland erhöht werden, schreibt Amprion auf seinen Internetseiten. Dies sei aufgrund der zunehmenden Übertragung von Windenergie aus Nordwestdeutschland gen Süden und ergänzender regionaler Einspeisung von Kraftwerksleistung notwendig.

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