Rommerskirchen: Kulturcafé vor 30. Kabarettsaison

Kleinkunst in Rommerskirchen : Kulturcafé steht vor der 30. Kabarettsaison

Das Programm erfreut sich großen Publikumszuspruchs und ein Ende ist noch lange nicht absehbar.

Die Hälfte aller Vorstellungen dieses Jahres waren ausverkauft, bei der anderen Hälfte war der Besuch gut. Bisher hat das Kulturcafé für 2020 bereits 50 Abos verkauft, was gleichermaßen zufriedenstellend ist. Nach 150 Kabarettabenden seit 1991 stehen die Organisatoren Pfarrer Thomas Spitzer, Hilmar Konrad und Walter Grubert vor der mittlerweile 30. Saison des Kulturcafés.

Das hatte damals durchaus eine Vorreiterrolle, denn in den Nachbarkommunen waren regelmäßige Kabarettprogramme Anfang der 1990-er Jahre  noch längst  nicht gang und gäbe. Das Kulturcafé schloss seinerzeit eine Marktlücke in der Gemeinde, die nicht eben durch ein üppig blühendes, kulturelles Angebot in Erscheinung trat.

Hinzu kommt, dass es sich im Kern um eine rein private Initiative handelt. Zwar stellt die evangelische Kirche ihr Gemeindezentrum zur Verfügung, finanziell tragen muss sich das Projekt indes selbst – was seit 1991 durchweg der Fall ist. Zeitweilige Flauten hat es natürlich gegeben, doch schon seit etlichen Jahren erfreut sich das Kulturcafé beständig guter Besucherzahlen. „Wir freuen uns über die jetzige Situation: Es macht auch mehr Spaß, wenn das Interesse der Leute wieder größer ist“, sagt Walter Grubert, der von Beginn an für die Verpflichtung der Künstler zuständig ist.

„Wir machen nicht mehr stringent politisches Kabarett und versuchen, immer neue Leute zu finden“, sagt Pfarrer Thomas Spitzer, der dabei nicht vergisst, die Verdienste von Walter Grubert zu würdigen.

Grubert ist es in den vergangenen drei Jahrzehnten gelungen, gleichsam die „Champions League“ des deutschsprachigen Kabaretts nach Eckum zu holen.  Hanns Dieter Hüsch war 1996 zu Gast, Volker Pispers, Arnulf Rating, Reiner Kröhnert oder Dieter Nuhr traten ebenso mehrfach im Kulturcafé auf wie Wilfried Schmickler oder Manes Meckenstock, die mit jeweils vier Gastspielen die Spitzenreiter sind.

Zudem hatte Grubert stets ein glückliches Händchen, wenn es darum ging, viel versprechenden Newcomern ein Forum zu bieten: Rüdiger Hoffmann oder Sebastian Pufpaff etwa standen in Eckum auf der Bühne, ehe sie bundesweit bekannte Kleinkunst-Stars wurden.  Von den Anfängen einmal abgesehen, ist das Kulturcafé längst unabhängig von Spendern und Sponsoren – „ein Glück“, wie Hilmar Konrad sagt, der zwar nicht zu den Mitgründern zählt, indes auch bereits gut 25 Jahren dem Team angehört, das durch sechs jüngere Ehrenamtler verstärkt wird, die für die Bewirtung der Gäste zuständig sind. Den 30. „Geburtstag“ wird das Kulturcafé im März 2021 feiern, und zwar mit Felix Janosa, der 1991 dort der erste Gast war und inzwischen alle fünf Jahre in Eckum auftritt. Ans Aufhören denken die Initiatoren jedenfalls noch lange nicht, und so gilt nach wie vor Thomas Spitzers Devise von 1991, wonach „die Kirche im Dorf auch einen kulturellen Auftrag hat“.