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Rommerskirchen: Gründung des Tennisclubs war Kampf mit den Behörden

40 Jahre Tennisclub Rommerskirchen : Tennisfreunde gewannen langen Kampf gegen die Behörden

Bei der 40-Jahrfeier des TC Rommerskirchen blickte dessen Gründungsvorsitzender Hans Feller auf turbulente Auseinandersetzungen zurück.

Zum sportlichen Auftakt der 40-Jahr-Feier des Tennisclubs (TC) Rommerskirchen spielten zunächst die Jugendlichen des Vereins auf der Vereinsanlage am Gorchheimer Weg zwei Matches, Über Mangel an Resonanz brauchten sich der TC-Vorsitzende Eugen Gerards und seine Vorstandskollegen nicht beklagen. Im Klubheim wurde es nach dem sportlichen Part jedenfalls regelrecht eng.

Ehe es ans Feiern ging, lieferte der TC-Gründungsvorsitzende und langjährige CDU-Kommunalpolitiker Hans Feller einen geradezu satirischen Rückblick auf die Gründungsphase, der keinerlei Langeweile aufkommen ließ. Die Idee, einen Tennisverein zu gründen, entstand bei einem Urlaub in Süddeutschland. Feller und seine Frau konnten im Hotel beobachten, wie „Sechs-, Siebenjährige gegen ihre 67-jährigen Opas Tennis spielten.“ Derartiges sei weder im Fußball, noch in der Leichtathletik möglich, meinte Feller, der nach der Rückkehr nach Rommerskirchen Verbündete suchte und schnell fand. Als bloße IG Tennis fanden die Befürworter der neuen Sportart jedoch weder im Rathaus, noch bei der Kommunalpolitik Gehör. Die kommunale Gebietsreform 1975 änderte hieran nichts. Feller erinnerte an den Ausspruch eines damals aktiven Kommunalpolitikers, wonach es „keinen Pfennig für Tennis“ gebe,  so lange mangels eines Kanalanschlusses im einen oder anderen Ortsteil noch der Donnerbalken im Gebrauch sei. Auch nach einem Ausgleichssport suchende Fußballer des damaligen SV Rommerskirchen sprangen ab, als das für einen Tennisplatz ins Auge gefasste Terrain zur Erweiterungsfläche für den damals an der Giller Straße liegenden Fußballplatz wurde.

Wohlwollen fanden die Tennisfreunde Fellers Schilderung zufolge nahezu ausschließlich beim damaligen Oberkreisdirektor Paul Edelmann, der ihnen gegenüber Gemeinde und Bezirksregierung den Rücken stärkte. Auf dem letztlich gefundenen Gelände weideten damals noch Kühe, und der Bau eines Vereinsheims im Außenbereich sorgte für zusätzliche Probleme. Unvergesslich sind Hans Feller seine Termine bei der Bezirksregierung geblieben. Entsprechend vorgewarnt, hatte er hierfür eigens Urlaub genommen und fand sich montags in Düsseldorf ein. Der zuständige Oberregierungsrat „kam morgens zur Arbeit, schloss sich ein, ging Mittagessen und schloss sich dann wieder im Büro ein“, fasste Feller die Tage Montag bis Mittwoch zusammen. Die Amtsperson erbarmte sich des unermüdlich Wartenden dann donnerstags bei der Rückkehr vom Mittagessen, worauf dann die auch nicht ganz leichte letzte Etappe des Papierkriegs eingeläutet war. In der musste Feller eigenhändig die Farben in den eingereichten Bauplänen korrigieren, die dann zum guten Schluss gebilligt wurden.

(S.M. )