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Rommerskirchen: Grabfeld für Sternenkinder kommt

Bestattungen in Rommerskirchen : Grabfeld für Sternenkinder kommt

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses votierten einstimmig für die Umsetzung. Der Verein „Stille Geburten“ hatte sich für diese besondere Ruhestätte für totgeborene Kinder eingesetzt.

Petra Friese konnte zufrieden nach Hause gehen. Am Donnerstagabend war die Gründerin des Vereins „Stille Geburten“, der sich für die Interessen von Eltern einsetzt, deren Kind tot zur Welt gekommen ist, zu Gast in der Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau, Verkehr, Natur und Umwelt. Sie hatte den Politikern erläutert, warum ein Grabfeld für die sogenannten Sternenkinder als spezieller Trauerort für die Angehörigen wichtig ist. Friese weiß, wovon sie spricht: Sieben Mal hat sie das Schicksal durchleben müssen, ein Kind tot zur Welt zu bringen. Entsprechend überzeugend konnte sie ihr Anliegen vorbringen und begründen. Bürgermeister Martin Mertens betonte darüber hinaus, dass sich das neue Angebot auch an betroffene Menschen aus den umliegenden Kommunen von Rommerskirchen richten solle. Und nachdem Rudolf Reimert vom örtlichen Tiefbauamt weitere Details berichtet hatte, waren die Ausschussmitglieder überzeugt und sprachen sich einstimmig für die Umsetzung des Projektes aus. Die Friedhofskommission hatte ihr Okay schon vorher gegeben, ebenfalls einstimmig.

Das Sternenkinderfeld soll auf dem Friedhof Am Teebaum eingerichtet werden, quasi als Weiterentwicklung und Aufwertung des dort bereits vorhandenen „Schmetterlingsfeldes“. Dem Ausschuss legte die Verwaltung eine Skizze vor, nach der das Feld auf einer kreisförmigen Fläche angelegt werden soll, die von vier Sträuchern umrahmt wird. Im Zentrum soll eine Steinstele aufgebaut werden, um die drei Sitzbänke gruppiert werden sollen. Hier bestünde die Möglichkeit, dass auch Trauernde, die sich vorher nicht kannten, miteinander ins Gespräch kommen. Unterdessen ist das alte, große Holzkreuz auf dem Friedhof Am Teebaum entfernt und durch ein neues ersetzt worden. Das alte Kreuz war nicht mehr standsicher. Das hatte eine Prüfung ergeben.

Die jüngste Begehung der Rommeskirchener Friedhöfe fand vor gut einer Woche statt. Aus der zugehörigen Niederschrift geht hervor:

- Ein angedachter Wetterschutz an der Trauerhalle Kirchstraße wird nicht verwirklicht, u.a., weil ein Anbau nach Ansicht der Kommission optisch nicht zur Leichenhalle passen würde und weil für Trauerfeiern bereits jetzt die Friedhofskapelle auf dem Friedhof Am Teebaum genutzt werden könne.

- Die Gemeinde hat ein Prüfgerät (Kipptester) angeschafft. Damit kann sie nun mit eigenen Mitarbeitern Grabsteine auf Standsicherheit prüfen. Damit mussten bisher externe Steinmetzbetriebe beauftragt werden. 2019 waren sechs Grabsteine als nicht standfest eingestuft worden. Die Nutzer wurden aufgefordert, für Abhilfe zu sorgen.

- In Hoeningen wurde eine Hecke ergänzt, zudem wurden die Abfallboxen für Erde und Kränze mit einer Hecke eingefasst.

- Das Wasserbecken für den Friedhof Evinghoven wird bald installiert.

- Die Maßnahmen am Eingang zum jüdischen Friedhof und zu Behindertenparkplätzen an den Friedhöfen sind laut Gemeindeverwaltung inzwischen abgeschlossen.

- Auf dem Friedhof Am Teebaum wurden zwei, auf dem Friedhof Nettesheim wurde ein Weg erneuert.