Rommerskirchen: Gemeinde mahnt nach Brandbombenfund zur Vorsicht

Rommerskirchen: Gemeinde mahnt nach Brandbombenfund zur Vorsicht

In Ramrath ist eine Stabbrandbombe entdeckt worden. Obwohl sie sich entzündete, ging der Vorfall glimpflich aus.

Man möchte sich lieber nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, sondern lieber darüber freuen, dass der Vorfall ohne gravierende Folgen geblieben ist: Bei Grabungsarbeiten in Ramrath waren Anwohner auf eine Stabbrandbombe gestoßen, die sich prompt entzündet habe, berichtete Rommerskirchens Ordnungsamtsleiter Hans Knelleken im Gespräch mit unserer Redaktion. Zum Glück war die Feuerwehr schnell zur Stelle und löschte die Brandbombe mit Sand. Verletzte gab es nicht. Doch die Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg werden die Rommerskirchener wohl weiter beschäftigen.

Knelleken geht jedenfalls davon aus, dass noch eine ganze Menge gefährliches Material im Gemeindeboden steckt. Denn auch mehr als 70 Jahre nach Kriegsende tauchen immer wieder Kampfstoffe und Munition in Rommerskirchen auf. „Oft werden sie bei der Feldarbeit von Landwirten gefunden“, weiß Knelleken. Manche seien sich des Risikos nicht bewusst. Der Ordnungsamtsleiter kann dazu eine Reihe von Geschichten und Anekdoten erzählen, die glücklicherweise ähnlich gut ausgegangen sind wie jetzt der Vorfall im Ortsteil  Ramrath. Ein Bürger habe eine Stabbrandbombe zum Beispiel in seiner Werkstatt deponiert, ein anderer habe gefundene Kampfmittel auf einen Grünstreifen am Feldrand gelagert.

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Das Ordnungsamt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kampfmittel heute noch genauso gefährlich sein können wie in den ersten Nachkriegsjahren. Mitunter sind sie sogar noch gefährlicher, weil zum Beispiel Sicherungseinrichtungen der Zünder inzwischen verrottet sind. Das für die Gemeinde dramatischste Kriegsereignis hatte sich im Februar 1945 zugetragen, als 40 Flugzeuge der Alliierten Bomben abgeworfen hatten.

Wer Kampfmittel findet, sollte diese auf keinen Fall anfassen, warnt Knelleken. Wichtig sei, sofort das örtliche Ordnungsamt, die Polizei oder unter 02131 1350 die Kreisleitstelle der Feuerwehr zu benachrichtigen – und wenn möglich, den Zugang zur Fundstelle zu sperren. Und noch ein Hinweis: Wer Kampfmittel findet oder diese in seinem Besitz hat, ist verpflichtet, dies unverzüglich beim Ordnungsamt oder bei der Polizei anzuzeigen. Sonst droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro.

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