Rommerskirchen: Freier Eintritt nutzt dem Kreiskulturzentrum Sinsteden

Experiment in Rommerskirchen geglückt : Freier Eintritt schadet Kulturzentrum nicht

Museumspädagogik fängt rückläufige Besucherzahlen bei Veranstaltungen auf.

Es hatte Kritik gegeben, als der Kreistag im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit den Verzicht auf Eintrittsgelder im Kreiskulturzentrum Sinsteden ab dem 15. Juli 2018 beschlossen hatte in der Hoffnung, die Besucherzahlen zu steigern. Carsten Thiel von der UWG hatte dies seinerzeit als falschen Weg und „Armutszeugnis“ bezeichnet und für neue Konzepte geworben. Reinhard Rehse (SPD) wiederum hatte damals den Rückgang der Besucherzahlen auch damit begründet, dass keine museumspädagogische Fachkraft zur Verfügung gestanden habe. Rund sieben Monaten später zeichnen  sich zwei Dinge ab: Der Verzicht auf das Eintrittsgeld (der übrigens nicht für das Sonderveranstaltungsprogramm gilt) hat dem Zentrum zumindest nicht geschadet, und die Wiederbesetzung der museumspädagogischen Stelle mit Anna Vössing als Unterstützung für Zentrumsleiterin Kathrin Wappenschmidt hat sich enorm ausgezahlt.

Denn obwohl Vössing ihre Tätigkeit erst Mitte Juni 2018 aufgenommen hatte, trug sie maßgeblich dazu bei, dass sich die Teilnehmerzahlen bei allgemeinen Führungen und Führungen mit Kindertagesstätten und Schulklassen gegenüber 2017 mehr als verdoppelten: von 363 auf 765, wie der Rhein-Kreis Neuss auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte.

Insgesamt waren die Besucherzahlen 2018 gegenüber dem Jahr davor kaum rückläufig, sie sanken von 17.013 auf 16.881 (-132). Für das leichte Minus gibt es einen nachvollziehbaren Grund: Die Rhenag hatte ihr Sponsorenengagement 2018 reduziert, was unter anderem dazu führte, dass beim „Rhenag Rheinischen Tiertag“ neben dem Bauernmarkt kein Schauprogramm mehr verwirklicht werden konnte; zudem musste auf einen Teil der Werbung verzichtet werden, berichtet die Kreisverwaltung und ergänzt: „Die fehlenden Besucher wurden durch den freien Eintritt und die Museumspädagogik aufgefangen, und so konnten die Zahlen im Vergleich von 2017 und 2018 annähernd konstant bleiben.“ 2019 wird die Rhenag ihre Förderung laut Kreis indes ganz einstellen.

Die Führungen für Erwachsene und Kinder werden freilich mit voller Kraft fortgesetzt. Wappenschmidt und Vössing erinnern daran, dass dem Kreiskulturzentrum für Klassen und Kitas ein Bus des Rhein-Kreises zur Verfügung steht, der die Jungen und Mädchen zu Ausstellungen und Führungen abholt und wieder zurückbringt. Interessierte Einrichtungen können sich unter 02183 7045 bei Vössing melden. Aktuell ist im Kreiskulturzentrum  die Schau „Teutscher Reis und Peper van Indien – Neue Pflanzen in heimischen Gefilden“ zu sehen.  Zwei Termine für Familienführungen stehen fest: am 23. März und am 19. Mai, jeweils ab 14 Uhr. In den Osterferien gibt es drei Tage Programm für Kinder (Bericht folgt).

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