Rommerskirchen: Die Bundesstraße 59 soll sicherer werden

Verkehr in Rommerskirchen : Die Bundesstraße 59 soll sicherer werden

In diesem Jahr hat es schon einige schwere Unfälle auf der Strecke gegeben. Der Ruf nach Vorbeugung wird lauter.

In den ersten Monaten dieses Jahres war es besonders schlimm. Mehrfach ereigneten sich auf der Bundesstraße 59 schwere Unfälle. Der dramatischste geschah am 7. Februar. Ein 60 Jahre alter Mann aus Rommerskirchen starb, nachdem eine 55-jährige Pulheimerin mit ihrem Wagen in den Gegenverkehr geraten war und das Auto des Rommerskircheners gerammt hatte. Mehrere weitere Autofahrer fuhren in die Unfallstelle, neben dem Toten waren drei Verletzte zu beklagen. Dieser Unfall passierte auf dem Abschnitt zwischen Stommeln und Pulheim. Doch auch auf Rommerskirchener Gemeindegebiet mussten in der jüngeren Vergangenheit eine Reihe schwerer Zusammenstöße registriert werden, meistens mit Verletzten.

Erwin Klaedtke möchte das nicht länger hinnehmen. Der engagierte Rommerskirchener, der schon oft aktiv geworden ist, wenn ihm in seinem Umfeld etwas missfiel, geht in die Offensive. „Ich habe Kontakt mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke aufgenommen“, berichtet Klaedtke. „Ich will ein Gutachten zur B 59.“

Eine seiner Thesen: Weil die B 59 kurz hinter Höhe Todtenbach auf gut vier Meter ansteigt, schlage dort der Wind mit voller Kraft auf die Fahrzeuge. „Die Fahrer kriegen plötzlich Seitenwind“, glaubt Klaedtke, der klären lassen möchte, ob dies ein Unfallrisiko darstellt. Denn besonders Motorradfahrer könnten so schnell die Kontrolle über ihr Gefährt verlieren. Tatsächlich hatte es zum Beispiel Ende März ungefähr in diesem Bereich einen Unfall gegeben, bei dem ein Motorradfahrer plötzlich von der Fahrbahn abgekommen war. Der Mann war gestürzt und hatte sich dabei so schwer verletzt, dass er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste. Erwin Klaedtke hat dem Landrat nach eigener Aussage diverse Unterlagen zu dem Thema zukommen lassen; nun hofft er auf einen Gesprächstermin.

Die Häufung der Unfälle auf der Bundesstraße 59 ist auch der Verwaltungsspitze im Rommerskirchener Rathaus nicht verborgen geblieben. „Wir sehen das mit Sorge“, sagt Dezernent Elmar Gasten – unabhängig davon, dass sich viele der Unfälle auf Pulheimer Gebiet ereignet hatten. Doch auch Rommerskirchen war immer wieder betroffen. Bürgermeister Martin Mertens sieht ein Kernproblem darin, dass Fahrzeuge auf der B 59 oft frontal mit anderen zusammenstoßen, weil sie in den Gegenverkehr geraten sind. „Das sind die schlimmsten Unfälle“, urteilt Mertens. Seine Überlegung: die Fahrbahnen für die unterschiedlichen Richtungen zumindest auf Teilstrecken durch bauliche Maßnahmen trennen. „Dafür werde ich mich in Gesprächen mit den zuständigen Behörden einsetzen“, sagt der Bürgermeister.

Trotzdem könnte es schwierig werden, Veränderungen herbeizuführen. Denn dazu müssen auch bürokratische Hürden genommen werden. Die Bundesstraße 59 führt zum Beispiel durch zwei Regierungsbezirke. Da sind in der Regel Abstimmungen nötig. Und die können sich hinziehen.

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