Rommerskirchen: CDU wirft in Rommerskirchen ein Auge auf die Grünen

Suche nach Bürgermeisterkandidaten i : CDU wirft in Rommerskirchen ein Auge auf die Grünen

In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob die Grünen einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen.

Möglichst eine Frau soll es sein, die Parteimitgliedschaft wäre wünschenswert, aber nicht unbedingt Pflicht, um für die Bürgermeisterwahl 2020 zu kandidieren. So sehen die Gedankenspiele aus, mit denen sich die Grünen in den ersten Monaten des Jahres recht intensiv beschäftigt haben. Und nicht nur sie.

Wie Grünen-Chef Andreas Holler auf Nachfrage bestätigt, hat CDU-Partei- und Fraktionsvize Holger Hambloch für den Fall des Falles eine mögliche Unterstützung durch die Union signalisiert. Wobei inhaltlich jedoch derzeit alles offen ist, wie beide Seiten betonen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Suche nach der idealtypischen Bewerberin bisher ergebnislos verlaufen ist. „Es gibt noch keine Entscheidung, ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen oder nicht“, verweist Andreas Holler auf den Fahrplan der Grünen. Der sieht vor, dass es am kommenden Mittwoch, 4. September, auf Gut Hermeshof in Eckum eine Mitgliederversammlung geben soll, bei der es nicht zuletzt um diese Frage geht.

CDU-CHef Michael Willmann. Foto: Rosenbaum, Bernd (bero)

Gleichfalls in der kommenden Woche soll es laut CDU-Chef Michael Willmann ein Treffen zwischen Union und Grünen geben. Holger Hambloch will sich mit Andreas Holler nach den derzeit laufenden Schützenfesten treffen. Holler war beim Neusser Schützenfest aktiv, Hambloch wird dies kommendes Wochenende in Anstel und danach in Nettesheim-Butzheim sein. Hambloch zufolge gebe es derzeit weder Zusagen noch konkrete Pläne.

Im Oktober wollen die Grünen Bürgermeister Martin Mertens zu einer weiteren Mitgliederversammlung einladen. Von deren Verlauf dürfte abhängen, ob die Partei ihn, wie schon 2014, erneut bei der Wahl unterstützen will. Die seit 1999 im Rat vertretene Partei hat seither insgesamt vier Mal zur Wahl der SPD-Bewerber Albert Glöckner und Martin Mertens aufgerufen und zählte sich bislang stets zur so genannten Bürgermeister-Mehrheit. Schon allein dieser Begriff war der CDU im Wahlkampf 2013/2014 ein Dorn im Auge, und bereits damals setzte sie vieles daran, diese Mehrheit zu schwächen. Was ihr 2013 beim Übertritt der aus Alice Oßwald und Christa Haase bestehenden FDP-Fraktion zur CDU auch gelang. Der Versuch, die UWG von einer neuerlichen Kandidatur abzubringen, scheiterte 2014 indes.

Laut Michael Willmann geht es bei den von Holler als „Annäherungsversuche auf verschiedenen Kanälen“ genannten Kontakten „nicht darum, Martin Mertens zu stürzen“. Willmann zufolge „hat mit uns im Grunde genommen seit 1999 niemand geredet.“ Mit den Grünen sieht er durchaus Übereinstimmungen. „Wie es sich für eine demokratische Partei gehört, sprechen wir natürlich mit vielen Bürgern, mit vielen Parteien und mit vielen Parteikollegen“, sagt Holger Hambloch. Ausgeschlossen dürfte allenfalls die FDP mit dem ehemaligen CDU-Fraktionschef Stephan Kunz, Ex-CDU-Chef Martin Drees und Gerhard Heyner sein. Mit der FDP haben auch die Grünen nichts am Hut: „Für die FDP sind die Grünen ja das Feindbild“, sagt deren Fraktionschef Jupp Kirberg.

Auch die CDU hatte nie ein besonderes Faible für die Grünen gezeigt, was sich indes durch deren konstantes Umfragehoch fundamental geändert hat. Die Öko-Partei geht denn auch mit erheblichem Selbstbewusstsein in die Wahl 2020. Erklärtes Ziel ist, die Mandate auf dann vier zu verdoppeln, wozu immerhin 12,5 Prozent der Stimmen nötig wären. „Es dürfen gern auch mehr sein“, sagt Andreas Holler. Aus der vordersten Reihe zurückziehen will sich 2020 Jupp Kirberg, seit 20 Jahren die Galionsfigur der Grünen schlechthin. Für den Rat will der 85-Jährige nicht mehr kandidieren, gleichwohl seiner Partei als sachkundiger Bürger zur Verfügung stehen.

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