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Rommerskirchen: Besuch im Kulturzentrum Sinsteden ohne Test und Termin

Kunst und Museen in Rommerskirchen : Besuch im Kulturzentrum Sinsteden wieder ohne Test und Termin möglich

Im Kulturzentrum Sinsteden kehrt langsam das Leben zurück. Für einen Besuch gibt es nur noch wenige Einschränkungen. In einigen Ausstellungen gibt es Neuerungen, noch im Sommer soll es wieder Veranstaltungen geben.

Ein Stück Kulturgeschichte. Monatelang eingefroren. So beschreibt Kathrin Wappenschmidt vom Kulturzentrum Sinsteden die Zeit, in der das Museum an der Grevenbroicher Straße wegen der Pandemie geschlossen bleiben musste. „Dass wir nicht öffnen konnten, hat uns extrem traurig gemacht. Die Kultur lebt ja gerade durch den Austausch, durch das gegenseitige Wahrnehmen. Wenn das ausbleibt, dann friert sie ein. Dann gibt es keine Weiterentwicklung mehr. Dann ist es wie bei der lateinischen Sprache“, sagt Wappenschmidt und fügt gleich hinzu: „So schlimm ist es natürlich nicht gekommen. Aber eine nicht unerhebliche Unterbrechung bei der Vermittlung, die gab es schon.“

Die Skulpturen des Bildhauers Ulrich Rückriem. Die Geräte im Landwirtschaftsmuseum. Oder auch die Grabbeigaben aus dem 3. Jahrhundert in der archäologischen Sammlung. All das kann im Kulturzentrum Sinsteden nun seit wenigen Wochen wieder besichtigt werden. Und das auch wieder ganz ohne Terminbuchung und Corona-Schnelltest. Nur ein Mund-Nasen-Schutz ist noch Pflicht. Außerdem müssen die Besucherinnen und Besucher immer noch ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit im Falle eines Falles mögliche Infektionsketten ermittelt und unterbrochen werden können.

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Die erste Bilanz nach der Wiedereröffnung fällt laut der Leiterin des Kulturzentrums jedoch gemischt aus. „Ich glaube, dass wir erst langsam wieder anfangen müssen. Viele unserer Gäste kommen noch lange nicht mit dem Selbstverständnis zu uns, wie sie das vor der Pandemie getan haben. Einige wollen unbedingt wiederkommen. Andere sind aber auch noch verunsichert. Es braucht sicherlich noch einige Wochen, bis sich alles wieder normalisiert hat“, sagt Wappenschmidt.

Still stand die Arbeit im Kulturzentrum Sinsteden aber auch nicht, als die Türen geschlossen bleiben mussten. Im Gegenteil. Leiterin Kathrin Wappenschmidt und Museumspädagogin Manuela Broisch-Höhner haben die Zeit genutzt, um die Digitalisierung der gesamten Sammlung und Dauerausstellung voranzutreiben. Einige Objekte konnten so bereits auf der Plattform „museum-digital.de“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Eine Aufgabe, die extrem zeitaufwändig ist, weil viele Information für die Dokumentation erst noch recherchiert werden müssen. Und für die im Alltag – zwischen Gästen, Ausstellungen und Veranstaltungen – sonst oft keine Zeit bleibt.

Nun soll aber wieder das Leben zurück ins Museum kommen. Mit einigen Neuerungen. Seit der Wiedereröffnung gibt es in den Skulpturenhallen von Ulrich Rückriem noch einige Zeichnungen des Künstlers zu sehen. Der 1938 in Düsseldorf geborene Bildhauer hat sie in den vergangenen Pandemie-Monaten angefertigt und selbst in die Ausstellung integriert. Die architektonische Sammlung wurde außerdem während der Zeit der Schließung noch einmal anders strukturiert. Einzelne Objekte wurden umgeräumt und auf diese Weise hervorgehoben.

Ab dem 15. Juli wird im Museum darüber hinaus die Ausstellung „Grenzgänger – von Zöllnern und Schmugglern“ zu sehen sein. Sie zeigt, wie sich seit der Antike nicht nur der Zoll, sondern auch die Schmuggler stets auf neue politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegebenheiten eingestellt haben. Auch Veranstaltungen sollen im Sommer im Außenbereich des Kulturzentrums wieder möglich sein. Im Rahmen des „Literarischen Sommers“ wird am 16. Juli etwa die Schriftstellerin Sylvie Schenk aus ihrem Buch „Roman d‘amour“ lesen. Im August soll es auf dem Gelände zudem eine Gin-Verköstigung inklusive Vortag über die Geschichte der Spirituose geben. Die Besucherinnen und Besucher sollen wieder ins Museum kommen. Damit das Stück Kulturgeschichte in Rommerskirchen nach den vielen Monaten, in denen es eingefroren war, wieder vollständig auftauen kann.