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Rommerskirchen: Bahnhofsquartier wächst in die Höhe

Wohnen in Rommerskirchen : Bahnhofsquartier wächst in die Höhe

Es geht voran mit dem großen Neubaugebiet in Eckum. Nennenswerte Verzögerungen bei den Bauarbeiten hat es laut Projektleiter Stefan Crumbach (Bonova) bisher nicht gegeben. Fast alle Häuser und Wohnungen sind bereits vergeben.

Der Vertriebscontainer hat bald seine Schuldigkeit getan. Die Behausung gegenüber des Rommerskirchener Bahnhofs in Eckum kann wohl um den Jahreswechsel herum abgebaut werden, weil sie dann voraussichtlich nicht mehr benötigt wird. Denn fast alle Wohnungen und Häuser im aktuell mit Abstand größten Neubaugebiet der Gemeinde, dem Bahnhofsquartier, haben bereits Abnehmer gefunden. „Nur wenige Einheiten stehen noch zum Verkauf“, berichtet Stefan Crumbach, Projektleiter beim Investor Bonova. Konkret geht es um vier Doppelhaushälften.

Somit hat es gerade mal ein Dreiviertel Jahr gedauert, bis die Vermarktung der Gebäude und Wohnungen nahezu abgeschlossen war. Für Investor Bonova eine positive Überraschung, wie Stefan Crumbach sagt: „Wir hatten zuvor noch nie ein größeres Bauprojekt in Rommerskirchen, deshalb auch keine Vorerfahrungen mit der Gemeinde. Die Entscheidung, hier zu investieren, hat sich im Nachhinein als noch besser erwiesen als gedacht.“

Und das hat nicht nur mit der zügigen Abwicklung der Verkäufe zu tun (einige Käufer wollen laut Crumbach übrigens nicht selber einziehen, sondern vermieten, und betrachten den von ihnen erworbenen Wohnraum als Wertanlage). Denn Ärger oder böse Überraschungen, die die Arbeiten hätten behindern können, hat es laut Crumbach bisher auch nicht gegeben, sieht man vom Unmut einiger Anwohner über Staubfahnen und Erderschütterungen in der Anfangsphase im Sommer 2019 ab.

Erfreulich war laut Projektleiter auch, dass trotz der Nähe zur im Zweiten Weltkrieg bombardierten Bahnstrecke keine Kampfmittel entdeckt worden seien, die man hätte beseitigen müssen. Crumbach: „Wir haben nicht einen Fitzel gefunden.“ Ein weiterer Vorteil: Während es in Ballungszentren wegen des oft arg begrenzt und beengten Raumes bei großen Neubauprojekten meistens hektisch zugeht, kann Bonova in Rommerskirchen „mit ruhiger Hand“ agieren, wie es der Projektleiter ausdrückt. Die Konsequenz für sein Unternehmen formuliert Crumbach so: „Wir sind heiß auf mehr!“ Bedeutet: Das Projekt einschließlich der Kooperation mit der Gemeinde und deren Chefplaner Carsten Friedrich ist bisher so gut gelaufen, dass Bonova gerne weitere Investitionen in der Gemeinde tätigen würde. Darüber freilich müssen die zuständigen politischen Gremien entscheiden, die sich wiederum an die Regeln der Vergabe-Ordnung halten müssen.

Fakt ist, dass Rommerskirchen die Ausweisung weiterer Baugebiete plant. Das bestätigte Bürgermeister Martin Mertens jetzt bei einer Begehung des Baugebietes Bahnhofsquartier mit Crumbach und Friedrich. Und Mertens erinnerte sich, dass das Bahnhofsquartier eines der ersten Projekte war, das er nach seiner ersten Wahl zum Bürgermeister 2014 mit auf den Weg gebracht hatte.

Auf der Baustelle herrschte bei der Begehung rege Betriebsamkeit. Auffällig: der lange Riegel auf der Bahnhofsseite, der noch mit Planen abgedeckt ist. Darunter befinden sich die 23 Garagen, die den Mehrfamilienhäusern zugeordnet sind. Die erfüllen nicht nur ihren Zweck als Autoabstellräume, sondern dienen als „Riegel“ zu Bahnhof und Bahnstrecke auch dem Lärmschutz, wie Stefan Crumbach erläutert. Die restlichen benötigten Garagen werden zwischen den Häusern platziert.

Für die alteingesessenen Anwohner am Rande des Baugebietes wird es übrigens in Zukunft zwei Vorteile geben: Sie schauen nicht mehr auf eine Gewerbebrache, und ihr (Fuß- oder Rad-)Weg zum Bahnhof verkürzt sich deutlich, weil es einen Durchstich vom Bahnhofsquartier zu der Station geben wird. Durchgangsverkehr mit Autos wird dagegen ausgeschlossen.