Rommerskirchen: Aufholjagd bei Etatabschlüssen bis 2020

Gemeindehaushalt Rommerskirchen: Jahresabschlüsse bis 2020 termingerecht

2014 begann die Gemeinde damit, die Haushalts-Jahresabschlüsse ab 2009 nachzuholen. 2020 werden sie jeweils termingerecht ans abgelaufene Haushaltsjahr anschließen können.

Die seit 2014 anhaltende Aufholjagd der Gemeinde bei den nachzuholenden Jahresabschlüssen könnte spätestens im übernächsten Jahr beendet sein. Kämmerer Bernd Sauer jedenfalls will bis zum Frühjahr 2020 möglichst den Jahresabschluss für 2018 vorlegen. Der für 2017 existiert bereits als Entwurf.
Wenig Grund zum Jubel lieferte der Jahresabschluss 2015, den Sauer jetzt dem Rat vorstellte: Das Jahresergebnis für 2015 weist ein Minus von 1,5 Millionen Euro aus, wobei das Planergebnis um 220.000 Euro verfehlt wurde. Das Defizit aus 2015 wirkt sich jedoch positiv auf die Folgejahre aus: Durch die seinerzeit verschobenen Grundstücksverkäufe kommt es zu einem deutlichen Überschuss im Jahr 2017 von rund 2,5 Millionen Euro. Ursächlich für diese Verzögerungen waren einmal mehr archäologische Untersuchungen in den seitherigen Baugebieten, die die Gemeinde ebenso zu tragen hatte, wie die für den dortigen Kreisverkehr.
Dass der Entwurf des Abschlusses für 2017 den ersten Jahresüberschuss seit 2009 ausweist, erfreut Kämmerer wie Bürgermeister gleichermaßen: "Erstmals seit Aufzehrung der Ausgleichsrücklage in 2011 kann wieder eine Ausgleichsrücklage ausgewiesen werden", erläutert Bernd Sauer. Bürgermeister Martin Mertens freut es insbesondere, "dass es nach einem ausgeglichenen Haushalt in den vergangenen Jahren nun auch der Wiederaufbau einer Ausgleichsrücklage möglich ist. Das gibt uns ein Finanzpolster für schlechte Zeiten".

Begonnen hatte die überaus erfolgreich verlaufene Aufholjagd der Kämmerei nach Mertens’ Amtsübernahme im Juli 2014: Weil die Gemeinde mit den Abschlüssen seinerzeit um Jahre hinterher hinkte, hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschkegedroht, den Haushalt 2015 erst dann zu genehmigen, wenn die Jahresabschlüsse 2009 bis 2012 tatsächlich fertig seien. Die Abschlüsse für 2009 bis 2010 lagen dann bereits Ende 2014 vor, die anderen folgten stetig bis künftige "Jahresabschlüsse à Jour" ab 2020 zu einer realistischen Perspektive wurden. Ihren Anteil an diesem Erfolg hat sicherlich die schon 2012 vom Rat formell beschlossene Kooperation mit der Nachbarstadt Dormagen. Hannelore Drosten, Leiterin der Dormagener Stadtkämmerei, hatte kommissarisch sogar längere Zeit die Rommerskirchener Kämmereileitung inne. Als offensichtlich richtig hat sich die Prognose von Hannelore Drosten erwiesen, die sie im April 2016 im Rat abgegeben hatte: "Wir brauchen drei Jahresabschlüsse, dann läuft es", sagte sie damals vor dem Hintergrund der Erfahrungen in Dormagen - die durch die in Rommerskirchen bestätigt werden.

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Die positive Entwicklung beim Haushalt ebenso wie bei den Jahresabschlüssen hat im Rat einen der letzten Streitpunkte zwischen dessen SPD-geführter Mehrheit und der CDU beseitigt. Die hatte mehr oder weniger regelmäßig die fehlenden Abschlüsse angemahnt. Auch was den Etat selbst angeht, fand die Union zuletzt keinen Grund mehr, ihn abzulehnen.

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