Rommerskirchen: Anstel hat Probleme bei der Tollitätensuche

Brauchtum in Rommerskirchen : Anstel hat Probleme bei der Tollitätensuche

Normalerweise ist das Thema im Juni längst durch. Wer das Narrenvolk in Anstel in der kommenden Session regiert, wurde oft schon am Rosenmontag bekannt gegeben. In diesem Jahr sieht das anders aus.

Das teilt Dieter Hilgers, 2. Geschäftsführer und Pressewart der Karnevalsgesellschaft (KG) Ansteler Burgritter, mitteilt. Denn immer noch steht das Ansteler Narrenvolk ohne Tollitäten für die Session 2019/2020 da. „Daher sind spontane Menschen gefragt, die majestätische Lücke zu füllen“, sagt Hilgers. In der Hoffnung auf baldige Lösung des Problems gehen die Burgritter nun an die Öffentlichkeit, um potenzielle Kandidaten für die jecken Ämter zu gewinnen.

„Ach wär’ ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval…“: Der Wunsch, der in einem bekannten Karnevalsschlager besungen wird, könnte nun für einen Gillbacher oder eine Gillbacherin wahr werden. Die Ansteler Burgritter suchen nämlich wahlweise ein Dreigestirn oder ein Prinzenpaar. „Wer Lust hat, dieses tolle Amt zu übernehmen, kann sich gerne bei uns bewerben“, sagt Burgritter-Präsident und Vorsitzender Jörg Sauer. „Spaß an der fünften Jahreszeit, Spaß am Feiern mit Gleichgesinnten, Spaß an Begegnungen mit vielen Menschen und Lust, mit seinen Mitstreitern auf der Bühne zu stehen, sind die besten Voraussetzungen, eine unvergesslich schöne Zeit zu verleben“, sagt er. Sauer weiß, wovon er spricht. In der zurückliegenden Session war er selbst Prinz im Ansteler Dreigestirn – und das bereits zum zweiten Mal.

Der Burgritter-Präsident will Unentschlossene und Skeptiker ermutigen, den Schritt zu wagen. Er versichert, dass es vom erfahrenen KG Burgritter- Team reichlich Unterstützung und Hilfestellung geben werde. „Auch wer bisher noch kein Mitglied in einer Karnevalsgesellschaft ist, kann sich angesprochen fühlen“, unterstreicht Sauer und räumt darüber hinaus mit einem typischen Vorteil auf: „Es ist gar nicht so teuer, wie viele denken, und auch die Terminmenge ist überschaubar.“

Bei der Wahl des Sessionsmottos oder des Ordenmotivs haben die jeweiligen Tollitäten sehr großen Einfluss und Entscheidungsgewalt. Alles werde gemeinsam und mit viel Spaß an der Freud gemacht. „Als Highlight einer rauschenden Session bei den Karnevalsumzügen in Rommerskirchen und Anstel hoch oben auf dem Turm stehen und reichlich Kamelle werfen oder dem Bürgermeister an Altweiber den Schlüssel abzunehmen, um das Rathaus zu stürmen: Alles das sind Erlebnisse, die man sein Leben lang nicht mehr vergisst“, versichert Jörg Sauer.

Fänden sich drei Damen fürs Dreigestirn, könnten sie in Anstel sogar Geschichte schreiben: Denn ein weibliches Dreigestirn wäre ein Novum bei den Burgrittern.

Die Proklamation ist für Anfang November geplant. Deshalb sollten Interessierte auch nicht mehr allzu lange überlegen, sondern schnell mit den Burgrittern in Kontakt treten. Dann ist auch genügend Zeit für eine gute Vorbereitung.

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