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Rommerskirchen: Römischer Keller freigelegt

Rommerskirchen : Römischer Keller freigelegt

In Rommerskirchen dürfte in den kommenden Tagen eine weitere "Villa Rustica" aus der Römerzeit ausgegraben werden. Nach den 2006 in Gill geborgenen Sarkophagen kündigt sich eine neuerliche archäologische Sensation an.

Bei einem Bauprojekt im Bereich der früheren "Alt-Gemeinde" Rommerskirchen sind jetzt römische Keller entdeckt worden. Das Rheinische Landesamt für Bodendenkmalpflege hatte vorab eine Sondierung des Terrains gefordert und der von der Gemeinde beauftragte Archäologe Thomas Ibeling war dabei fündig geworden.

Neben einem steinzeitlichen Urnengrab haben er und seine Mitarbeiter zwei Gräben mit Überresten aus der Römerzeit entdeckt. Die Vermutung, dass sie zu einem römischen Gutshof (Villa Rustica) gehören, liegt nahe, denn auch einen unzweifelhaft von den Römern gebauten Keller konnten die Archäologen bereits freilegen.

Manfred Hundt, Beauftragter der Gemeinde für Bodendenkmäler, verweist darauf, dass wenige 100 Meter von der jetzigen Fundstelle entfernt schon vor Jahren römische Spuren entdeckt worden seien. "Interessant wird sein, festzustellen, wie hier die Verbindung war", sagt der Experte. Ungeachtet der Vielzahl von Funden in der jüngeren Vergangenheit mag Hundt den jetzigen keineswegs als eine fast schon alltägliche Sache ansehen.

Mag es vor einigen Jahrzehnten noch eine gewagte These gewesen sein, heute ist es längst ein Gemeinplatz: Das Gebiet der heutigen Gemeinde Rommerskirchen war während der von etwa 50 v. Chr. bis ins fünfte Jahrhundert währenden römischen Besiedlung mit einem dichten Netz von "Villae Rusticae" durchzogen. Auch wenn diese sicher keine Kommune im heutigen Sinne bildeten, wird es einen regen Austausch zwischen den Gutshöfen gegeben haben.

"Man muss bedenken, dass sie zum Teil nur anderthalb Kilometer voneinander entfernt lagen", erläutert Manfred Hundt. Wie lange die Grabungen dauern werden, ist völlig offen. Schon jetzt haben sie die Gemeinde 25 000 Euro gekostet. Der Rat ermächtigte jetzt die Verwaltung einstimmig, weitere Aufträge bis hin zu einer Gesamtsumme von 80 000 Euro zu erteilen. Laut Carsten Friedrich, dem Chef des Amts für Gebäudewirtschaft, ist zurzeit "überhaupt noch nicht absehbar", wie aufwendig die weiteren Arbeiten noch werden. "Schmerzlich ist es schon", kommentiert Bürgermeister Albert Glöckner den neuerlichen Fund.

Ein Netz von "Villae Rustae"

Dennoch mag er die positive Seite nicht völlig beiseite lassen: "Immerhin graben wir unsere Geschichte aus." Grundstücksinteressenten sind nach seinen Worten nicht abgesprungen, da bisher überhaupt noch keine Grundstücke zum Verkauf stünden, versicherte der Bürgermeister auf Anfrage von Theo Paschen (CDU).

(NGZ/rl)