RLV baut Haus der Landwirtschaft in Rommerskirchen

Projekt in Rommerskirchen : Rheinische Landwirte planen Großprojekt im Gewerbepark

Martin Mertens spricht von der größten Ansiedlung der vergangenen Jahre.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) konzentriert die Geschäftsstellen der Kreisbauernschaften in Rommerskirchen. Voraussichtlich ab 2021 soll die Gemeinde Standort einer gemeinsamen Geschäftsstelle der Kreisbauernschaften Mettmann, Köln/Rhein-Erft-Kreis sowie der bisher in Grevenbroich ansässigen Kreisbauernschaft Neuss/Mönchengladbach sein. Zugleich soll eine Niederlassung der Parta-Steuerberatungsgesellschaft nach Rommerskirchen kommen.

Der neue Schwerpunktstandort wird sich auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück im Gewerbepark gegenüber der Firma Steland an der Rudolf-Diesel-Straße befinden. Bürgermeister Martin Mertens spricht von „einer der größten Unternehmensansiedlungen der letzten Zeit“ und freut sich, „dass der RLV sich für Rommerskirchen als künftigen Standort für die Kreisgeschäftsstelle und die Steuerberatungsgesellschaft entschieden hat.“

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels hatte Mertens schon vor einigen Jahren eine Stärkung des „Agrobusiness“ als einen Beitrag ins Gespräch gebracht, diesen aufzufangen. „Eine intensive Vernetzung zwischen den in der Landwirtschaft tätigen Unternehmen voranzutreiben“ ergibt Mertens zufolge „Synergieeffekte, die im Strukturwandel von großer Bedeutung sein werden“.

 Wie RLV-Präsident Bernhard Conzen sagt, ist das geplante „Haus der Landwirtschaft“ Teil eines das gesamte Verbandsgebiet des RLV umfassenden Standortkonzepts,mit dem der Verband seine Beratungs- und Dienstleistungskompetenz bündelt. Damit soll dem sich auch in der Landwirtschaft vollziehenden Strukturwandel Rechnung getragen werden, der einerseits durch die sinkende Zahl bäuerlicher Betriebe, andererseits durch einen erhöhten Beratungsbedarf gekennzeichnet ist. Conzen zufolge werden neben der juristischen und sozialversicherungsrechtlichen Betreuung der Mitglieder weitere Dienstleistungen angeboten, so etwa die der Steuerberatungsgesellschaft Parta.

 Bisherige Investoren sind der RLV und die Parta, ob sich ihnen auch die Kreisbauernschaft Neuss/Mönchengladbach anschließen wird, wird nach Auskunft von Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt in Kürze entschieden. Ungeachtet der sich anbahnenden Konzentration „bleiben wir in der Fläche“, betont Wappenschmidt.

Die Spezialisierung gerade auch im rechtlichen Bereich stelle „höchste Anforderungen an unsere Juristen“, sagt er. Abgesehen davon, dass Rommerskirchen immer noch sehr landwirtschaftlich geprägt“sei, habe bei der Standortwahl die verkehrstechnisch günstige Lage eine Rolle gespielt.

Etwas überraschend mag die Beteiligung der Kreisbauernschaft Mettmann sein, doch für die gibt es eine plausible Erklärung: Ist den dortigen Bauern das Bergische Land zwar geografisch näher, gilt dies in sachlicher Hinsicht eher für die Kollegen zwischen Köln und Mönchengladbach. Hier wird wie im Bereich Mettmann vorzugsweise Ackerbau betrieben, während im Bergischen Land Milchviehwirtschaft ausgeprägter ist.

Die Gemeinde hatte das Grundstück schon seit Jahren für einen besonders „großen Fisch“ reserviert, für den sie die „Angelrute“ bei der Münchener Expo ausgeworfen hatte. Dort wurde die nun abgeschlossene Vereinbarung mit dem RLV auch angebahnt, wie Mertens verrät. Geht alles glatt, könnte Ende März 2020 der erste Spatenstich erfolgen, der Einzug wäre in der ersten Jahreshälfte 2021 möglich. Mit dem Haus der Landwirtschaft würde die Gemeinde zum agrarökonomischen Zentrum. 2006 hatte hier die Raiffeisen-Waren-Zentrale (RWZ) ihr Agrartechnik-Zentrum errichtet. Anfang des Jahrzehnts baute die Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft – auch an der Rudolf-Diesel-Straße – neue Silos und Getreidelager.

Mehr von RP ONLINE