Rommerskirchen: Riesen-Rechnung durch defekten Wasserzähler

Rommerskirchen : Riesen-Rechnung durch defekten Wasserzähler

Helmut Dönig musste wegen eines "springenden" Wasserzählers über 2500 Euro nachzahlen. Inzwischen hat er sein Geld zurückbekommen.

Helmut Dönig staunte nicht schlecht, als er im Januar seinen Hauswasserzähler ablas: Einen Jahresverbrauch von 535 Kubikmetern zeigte der an, etwa das Dreieinhalbfache von dem, was die vierköpfige Familie sonst verbraucht hatte. "Mein Wasserverbrauch in den Vorjahren war mit rund 150 Kubikmetern immer relativ konstant", erzählt der Deelener. Sein Verdacht, dass etwas mit dem Zähler nicht stimme, bestätigte sich am Ende, doch bis dahin war es ein weiter Weg.

Seitens der Kreiswerke sei ihm empfohlen worden, den Verbrauch zu beobachten und den Zähler vom Eichamt prüfen zu lassen, berichtet Helmut Dönig. "Der Wasserverbrauch in der Folgezeit lag auf normalem Niveau, so dass man Lecks ausschließen konnte. Ich war ziemlich ratlos und konnte mir die Sache nicht erklären", sagt er. Mitte Februar kam dann die Gebührenabrechung mit einer deftigen Nachzahlungsforderung von 2560 Euro. Was Dönig besonders geärgert hat: "Obwohl man im Wasserwerk zunächst sagte, dass man in solchen Fällen den Lastschrifteinzug stoppen kann, wurde der komplette Rechnungsbetrag von unserem Konto eingezogen." Dönig wandte sich ans Eichamt in Düsseldorf, und dort wurde der von ihm vermutete "Rollensprung" seines Wasserzählers bestätigt: "Dabei überspringt der Zeiger eine Zahl - zum Beispiel vom Zehner direkt auf den Tausender -, ohne dass die angezeigte Wassermenge geflossen ist", erläutert Dönig. Bis ihm sein Geld zurückerstattet wurde, dauerte es. Zunächst war der Sachbearbeiter erkrankt, dann habe es geheißen, der Bericht des Eichamts sei widersprüchlich. Nach längerem Hickhack wandte er sich an die Geschäftsführung der Kreiswerke und binnen zwei Tagen gab es eine neue Abrechnung samt Rückerstattung des zu Unrecht eingezogenen Betrags.

Stefan Stelten, Geschäftsführer der Kreiswerke, bestätigt, dass es sich um einen fehlerhaften Zähler handelte, mag sich indes zu Details nicht äußern: "Es war die Nadel im Heuhaufen, aber wir können zu einzelnen Fällen grundsätzlich nichts sagen." Im Einzugsbereich der Kreiswerke gebe es etwa 52 000 Wasserzähler, die alle sechs Jahre ausgetauscht werden müssten. "Wir wechseln jährlich rund 8500 Zähler", sagt Stefan Stelten. Die seien "sehr, sehr zuverlässig", wobei Störungen in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden könnten. Helmut Dönigs Vermutung, es habe zuletzt mehrere solcher Fälle gegeben, bestätigt Stelten nicht.

Helmut Dönig ist froh, in Düsseldorf gewesen zu sein: "Mein Rat an alle Kunden ist, in solchen Verdachtsfällen die Prüfung zu beantragen und auch bei der Prüfung anwesend zu sein." Stefan Stelten macht allerdings darauf aufmerksam, dass bei einer Prüfung, die zu keiner Beanstandung führt, der Kunde die Kosten tragen muss.

(S.M.)
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