Rommerskirchen: Rhenag als starker Partner

Rommerskirchen : Rhenag als starker Partner

Die Gemeinde Rommerskirchen will sich an einer von der Rhenag zu gründenden Gesellschaft "energieagentur" beteiligen. Das Ziel sind gemeinsame Projekte im Bereich erneuerbarer Energien.

Soweit es die Gemeinde Rommerskirchen angeht, handelt es sich derzeit geradezu um "Festwochen" für die RWE-Tochter Rhenag: Erst am vergangenen Wochenende präsentierte die Ansteler St. Sebastianus-Bruderschaft das Unternehmen als einen ihrer neuen Hauptsponsoren. Dieselbe Rolle spielt die Rhenag seit mehr als einem Jahr auch bei der DJK Eintracht Hoeningen und ihrem kostspieligen Kunstrasenprojekt.

Für noch festere Bindungen zwischen der Gemeinde und dem Energieversorger sorgte jetzt der Rat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Erwartungsgemäß erneuerte er den auslaufenden Konzessionsvertrag mit der Rhenag, die auch in den kommenden 20 Jahren für die Gasversorgung in der Gemeinde zuständig sein wird. Unabhängig davon sprachen sich die Politiker auch dafür aus, dass Rommerskirchen Teilhaber an der "energieagentur" wird, einer Gesellschaft für erneuerbare Energien, die sich gerade in der Gründungsphase befindet.

Federführend ist auch hier die Rhenag, die mit zahlreichen Partnern Projekte im Bereich erneuerbarer Energien angehen wollen. Thomas Mehrer und Leif Reitis von der Rhenag nannten hier beispielhaft unter anderem "Windkraft- und Photovoltaikanlagen." Wobei es die Lokalpolitiker hier jedoch nicht allzu schnell angehen wollen: Erst vor gut einem Jahr hatten sie sich angesichts einer Initiative des damaligen CDU-Fraktionschefs Wolfgang Könen vehement gegen weitere Windkraftanlagen am Gillbach ausgesprochen — darunter auch gut die Hälfte der Unionsfraktion. Ohne dass jetzt schon von konkreten Vorhaben die Rede gewesen wäre, verwies Bürgermeister Albert Glöckner gleichsam vorsorglich darauf, dass "wir einen starken Partner brauchen, wenn wir tätig werden wollen" und verwies dabei auf die 52 gemeindeeigenen Gebäude. Bei allen rege diskutierten Detailfragen war Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) letztlich der einzige, dem die "enge Bindung an einen Energieriesen" politische Bauschmerzen bereitete.

An der zu gründenden "energieagentur" werden sich nach den Worten von Thomas Mehrer "voraussichtlich 25 kommunale Gesellschafter zu gleichen Teilen beteiligen." Dabei handelt es sich um Städte und Gemeinde aus NRW wie auch aus Rheinland-Pfalz. Die Rhenag als Gründungsgesellschafterin soll 25,1 Prozent der Anteile halten, die übrigen 74,9 Prozent verteilen sich auf die Gesellschafter-Kommunen. Kaufmännische und technische Betriebsführung sollen dabei "voraussichtlich" bei der Rhenag liegen, wie Thomas Mehrer erklärte. Die Einlage der Gemeinde würde bei überschaubaren 3000 bis 4000 Euro liegen.

(S.M.)
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