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Rommerskirchen: Rettungswagen: Landrat prüft bis März

Rommerskirchen : Rettungswagen: Landrat prüft bis März

Der Kreis will untersuchen, wie sich die Verlegung des Rettungswagens von Neurath nach Frimmersdorf auswirkt. In der Diskussion um die rettungsdienstliche Versorgung der Gemeinde kam es jetzt zu dem von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke angekündigten Gipfelgespräch mit Bürgermeister Albert Glöckner und den Vorsitzenden der fünf Ratsfraktionen. Konsens bestand nach den Worten von Kreis-Pressesprecher Reinhold Jung darüber, dass "die sich seit der Stationierung des Rettungswagens in Neurath die Einsatzzeiten für Rommerskirchen, das von drei Wachen bedient wird, verbessert haben". Jung zufolge werden "überall im Gemeindegebiet die geforderten Eintreffzeiten entsprechend den Vorgaben erfüllt".

Strittig blieb bei dem Gespräch allerdings, wie sich die für 2014 geplante Verlegung des Rettungswagens nach Frimmersdorf auswirken könnte. Diese Frage soll Reinhold Jung zufolge bis zum nächsten Treffen untersucht werden, das für März 2013 geplant ist. Aus der Sicht von Martin Mertens (SPD) muss gewährleistet sein, dass auch bei einer Verlagerung "in über 90 Prozent der Fälle ein Rettungswagen in weniger als zwölf Minuten nach der Alarmierung eintriff"." Der Landrat habe zugesichert, für eine Lösung zu sorgen, so Mertens. "Klar ist für die SPD: Es darf auf keinen Fall zu einer Verschlechterung der rettungsdienstlichen Versorgung kommen — auch nicht vorübergehend." Laut CDU-Fraktionschef Stephan Kunz sind sich alle Beteiligten einig darüber gewesen, "dass die Versorgung in der Vergangenheit nicht optimal war, da die Hilfsfristen oftmals nicht eingehalten wurden". Durch den ab Juli nach Neurath verlegten Rettungswagen habe es "eine deutliche Verbesserung" gegeben, "so dass die Hilfsfristen aktuell zu rund 93 Prozent erfüllt sind", betont Kunz. "Wir haben dem Landrat gegenüber unsere Sorge zum Ausdruck gebracht, dass sich die Situation mit einer Verlegung ab 2014 wieder verschlechtert", so der CDU-Fraktionschef. Kunz zufolge "haben wir die feste Zusage erhalten, dass für den Fall einer Verschlechterung unterhalb der erforderlichen 90 Prozent Maßnahmen ergriffen werden, die aber aktuell noch nicht feststehen", sagt Kunz. Für ihn sei es "prima, dass wir uns regelmäßig austauschen und im Gespräch bleiben".

Ulrike Sprenger (UWG) rechnet nicht damit, dass der Landrat seine Entscheidung überdenken wird, den Wagen 2014 nach Frimmersdorf zu verlegen. "Im gleichen Atemzug stellt er jedoch fest, dass die Verbesserung der Einsatzzeiten erst nach der Stationierung des Wagens beim RWE-Kraftwerk Neurath möglich wurde", so Sprenger. "Der Landrat will erst die Zahlen für 2014 abwarten, ehe er Überlegungen anstellt, wie der Rettungsdienst dann neu aufgestellt wird. Für jeden Rommerskirchener ist klar, dass sich die Einsatzzeiten wieder verändern werden, denn der Weg für zu uns wird dann mehr als 4,5 Kilometer länger sein", sagt sie. Von einem "schwachen Zwischenergebnis" spricht Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen). Petrauschke habe "keinen Ausweg aus dem bestehen Problem der versorgung angeboten", so Kirberg. Nach seinem Eindruck "hat der Landrat mehr die allgemeine Versorgung im Kreisgebiet im Auge als das Problem der Versorgung von Randgebieten. An der bestehenden Struktur im Rhein-Kreis wird er wohl kaum etwas ändern wollen", vermutet Kirberg.

(NGZ/ac)