Rommerskirchen: Rettungswachen-Test gestartet

Rommerskirchen : Rettungswachen-Test gestartet

Bei der RWE-Feuerwehr in Neurath ist jetzt ein Rettungswagen stationiert – allerdings nur zur Probe. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden, ob eine zweite Rettungswache die Versorgung des südlichen Kreises verbessert.

Bei der RWE-Feuerwehr in Neurath ist jetzt ein Rettungswagen stationiert — allerdings nur zur Probe. Es sollen Erfahrungen gesammelt werden, ob eine zweite Rettungswache die Versorgung des südlichen Kreises verbessert.

Rommerskirchen/Neurath Aufenthalts- und Ruheräume, Umkleiden, Duschen und große Vorratsschränke für Medikamente. Matthias Wilbertz hat dafür gesorgt, dass es dem Team des Deutschen Roten Kreuzes an nichts fehlt. "Das sind Kollegen — und wir haben sie in unsere Familie aufgenommen", meint der Chef der Kraftwerks-Feuerwehr. Der Rettungsdienst des Rhein-Kreises hat es augenscheinlich gut angetroffen in der neuen, rund 6,5 Millionen Euro teuren RWE-Wache.

Die neue Rettungswache am Neurather Kraftwerk wurde allerdings nur zur Probe eingerichtet. "Wir wollen Erfahrungen sammeln, inwieweit die Einsatzzeiten in der Gemeinde Rommerskirchen und im Süden Grevenbroichs verbessert werden können", erklärt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Innerhalb von zwölf Minuten muss ein Rettungswagen am Einsatzort in Rommerskirchen eintreffen.

Dieses Ziel wird aber nicht immer eingehalten, beklagt Rommerskirchens Bürgermeister Albert Glöckner. In Einzelfällen hätte es auch mal 20 bis 33 Minuten lang gedauert. Der Gemeinderat hatte sich stark für eine eigene Rettungswache eingesetzt. "Mit diesem Kompromiss an der Gemeindegrenze können wir gut leben", sagt Rommerskirchens SPD-Fraktionschef Martin Mertens, der jedoch "eine langfristige Verbesserung" fordert.

Insgesamt 30 Rettungssanitäter wechseln sich nun im Schichtdienst in der RWE-Wache Neurath ab. Dass er den DRK-Helfern nicht nur Logis, sondern mit Frühstück, Mittag- und Abendessen auch Kost bietet, ist für Kraftwerks-Chef Eberhard Uhlig vor allem eines: "Eine Selbstverständlichkeit. Wir helfen gerne, wenn es darum geht, den Gesundheitsschutz in der Region zu verbessern", sagt er.

Margarete Kranz, Vorsitzende des Rotkreuz-Kreisverbandes Grevenbroich, bedankte sich dafür: "Wir sind hervorragend aufgenommen worden. Es ist toll, wie Rhein-Kreis, RWE und DRK gemeinsam eine schnelle Lösung gefunden haben."

Spätestens 2014 muss der Rettungsdienst die Wache am Kraftwerk verlassen, dann braucht die RWE-Wehr die Räume. Hans-Jürgen Petrauschke rechnet jedoch damit, dass schon innerhalb eines halben Jahres erste Erfahrungswerte vorliegen. "Dann muss entschieden werden", sagt der Landrat. Nach Vorstellungen der Stadt Grevenbroich soll die zweite Rettungswache in das geplante Domizil der Neurath-Frimmersdorfer Feuerwehr einziehen. Eine Lösung, die dem Landrat offenbar nicht unsympathisch ist: "So könnten Synergieeffekte genutzt werden."

Der erste RTW-Einsatz zum Seniorenheim in Rommerskirchen brachte übrigens kaum eine zeitliche Verbesserung. Das lag aber nicht am neuen Standort, sondern vielmehr an Straßen-Baustellen.

(NGZ/rl)
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