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Rommerskirchen: Rettungsdienst ist Thema im Kreistag

Rommerskirchen : Rettungsdienst ist Thema im Kreistag

Die Versorgung der Gemeinde Rommerskirchen mit einem Krankenwagen ist heute Gesprächsthema der Kreispolitik.

Die Frage nach den Einsatzzeiten von Rettungswagen, und ob sie diese einhalten, mag rein abstrakt als Erbsenzählerei anmuten. Welch existenzieller Ernst sich dahinter verbirgt, machte jetzt Lieselotte Kennes beim Treffen der CDU-Senioren-Union deutlich. Am 6. Januar dieses Jahres hatte ihr Mann einen Herzinfarkt erlitten, sie alarmierte per Notruf einen Rettungswagen – und der kam und kam nicht. Alle Wagen seien im Einsatz, erfuhr die Sinstedenerin, die in ihrer Verzweiflung mehrfach die Nummer 112 wählte. Wobei ihr dann der Bescheid zuteil wurde, dies zu unterlassen, da sie die Leitung blockiere. Letztlich traf der Rettungswagen doch noch rechtzeitig ein.

Bei den Teilnehmern der im Grevenbroicher Seniorenheim Lindenhof tagenden Mitgliederversammlung blieb die Schilderung von Lieselotte Kennes nicht ohne Eindruck. Die Frage, ob in der Gemeinde ein eigener Rettungswagen stationiert werden soll, beschäftigt die Lokalpolitiker, seit der Rat im Februar eine entsprechende Resolution verabschiedete. Als Kompromisslösung ist seit Juli ein Rettungswagen am RWE-Kraftwerk Neurath stationiert. Der soll nach der bisherigen Planung jedoch nach Frimmersdorf verlegt werden, wenn 2014 dort die neue Feuerwache fertig ist. Das Unverständnis hierüber beschränkt sich nicht allein auf die SPD, die im Februar treibende Kraft für die einstimmig gefasste Resolution war: CDU-Ratsmitglied Theo Paschen machte bei der Senioren-Union deutlich, dass er es nicht nachvollziehen könne, sollte der Wagen tatsächlich wieder einige Kilometer von Rommerskirchen entfernt nach Frimmersdorf verlegt werden. "Das stört mich", betonte Paschen. Jürgen Steinmetz, Vertreter von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, räumte ein, dass es in Rommerskirchen eine Situation gegeben habe, wo die Zeit nicht ganz optimal war. Gleichwohl sei dies nicht so gravierend gewesen, dass mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben grundlegende Änderungen erfolgen müssten. Steinmetz verwies darauf, dass sich die Krankenkassen mit Händen und Füßen dagegen wehren, wenn zusätzliche Kosten auf sie zukommen. Auch die CDU-Kreistagsabgeordnete Ursel Meis erklärte, dass "das Rettungswesen, wie andere Sozialbereiche auch sehr sehr teuer ist". Laut Jürgen Steinmetz gibt es auch für Rommerskirchen "ein in der Breite ausreichendes Angebot". Die rettungsdienstliche Versorgung der Gemeinde wird heute auch im Kreistag eine Rolle spielen. Morgen steht dann das von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke angekündigte Gespräch mit den fünf Rommerskirchener Fraktionsvorsitzenden ins Haus. Dabei wird es neben dem Minimalkonsens Neurath auch darum gehen, wie groß die Verbesserung seit der Stationierung des Rettungswagens in Neurath tatsächlich ist. SPD-Ratsmitglied Bernd Klaedtke hatte kürzlich beanstandet, dass in die Berechnung des Kreises die sogenannten Dispositionszeiten einfließen müssten. Dabei geht es um die der eigentlichen Alarmierung des Rettungswagens durch die Leitstelle vorangehende Zeit, in der ein Notruf angenommen wird. Klaedte bezweifelt, dass bei Berücksichtigung dieser Zeiten die gesetzliche Vorgaben erreicht würden ( die NGZ berichtete). Dem Kreis zufolge werden die Zahlen landesweit so berechnet, wie er dies getan habe.

(NGZ)