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Rommerskirchen: Rat will ROM-Kennzeichen

Rommerskirchen : Rat will ROM-Kennzeichen

Die Bürger sollen künftig die Wahl haben, ob sie ihre Autos mit dem NE- oder mit einem neuen ROM-Kennzeichen versehen. Sollte die neue Rechtslage dem Landrat kein Vetorecht ermöglichen, könnte das "ROM" bald Realität sein.

Wenn es nach dem Gemeinderat geht, werden die Rommerskirchener künftig die Wahl haben: Wer möchte, könnte dann sein Auto mit dem Kennzeichen "ROM" ausstatten. Mit 18 zu 8 Stimmen sprach sich der Rat für einen hierauf abzielenden Gemeinschaftsantrag von SPD, Grünen und FDP aus. Auch die UWG stimmte zu, während die CDU geschlossen gegen die ursprünglich von der SPD ausgehenden Initiative votierte.

Bis es soweit war, wurde viel rhetorisches Pulver verschossen, wobei insbesondere Gerhard Heyner (CDU) mit harten Bandagen focht. Von der "Großen Koalition", die es in der Frage der Wahlfreiheit für neue Kennzeichen zwischen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und seinem NRW-Kollegen Michael Groschek gibt, war im Rat nichts zu spüren: "Man muss nicht alles, was südlich des Weißwurst-Äquators ausgekocht wird, nach Deutschland verfrachten", sagte Heyner harsch, als SPD-Fraktionschef Martin Mertens auf den Konsens zwischen den Ministern verwies.

Die durchaus gewollte Assoziation eines Kennzeichens "ROM" zur italienischen Hauptstadt ist für Heyner ein besonderer Stein des Anstoßes. Wobei er weniger die Weltstadt als solche als vielmehr Rom als Sitz des Vatikans im Blick hat. Womöglich würde sich ja Monsignore Franz Josef Freericks über ein solches Kennzeichen freuen, mutmaßte der CDU-Vertreter grimmig. Was der Protestant Heyner eher befürchtet, als dass es ihm sonderlich gefallen würde: "Vielleicht wird ja Romaricus irgendwann einmal heiliggesprochen und dann bekommen wir einen Wallfahrtsort Rommerskirchen." (Der fränkische Adlige Romaricus gilt als Namensgeber der Gemeinde.)

CDU-Fraktionschef Stephan Kunz führte vor allem Stellungnahmen aus Polizeikreisen als Gegenargument gegen ein "ROM"-Kennzeichen ins Feld. Dieses würde Verwirrung stiften, insbesondere wenn es darum gehe, Straftäter dingfest zu machen. "Wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, die Täterverfolgung zu erschweren oder zu verhindern?", fragte Kunz rhetorisch.

Martin Mertens hielt mit Aussagen der Gewerkschaft der Polizei dagegen. Auch in anderen EU-Ländern gebe es unzählige Buchstabenkombinationen, ohne dass Sicherheitsbelange beeinträchtigt würden, so der SPD-Fraktionschef. Zwei Hürden gilt es indes noch zu überwinden, bis der erste Rommerskirchener tatsächlich mit einem offiziellen "ROM"-Kennzeichen auf den Straßen zu sehen sein wird. Noch im September muss der Bundesrat zustimmen — was zu erwarten ist. Einstweilen offen ist, ob eine Beteiligung des Rhein-Kreises Neuss nötig ist. Wäre dies der Fall, dann rechnen alle Beteiligten damit, dass Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sein Veto einlegen würde.

(NGZ/rl)