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Rommerskirchen: Protestanten feiern Jubiläum

Rommerskirchen : Protestanten feiern Jubiläum

Am 1. April jährt sich die Eigenständigkeit der evangelischen Gemeinde zum 50. Mal. Die Protestanten beginnen ihr Jubiläumsjahr mit einem feierlichen Gottesdienst in der Eckumer Samariterkirche.

Evangelische Christen waren im katholisch geprägten Rommerskirchen auch Jahrhunderte nach der Reformation nur vereinzelt vertreten: Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lebten hier gerade einmal 16 Protestanten. Deren Zahl wuchs erst durch Flüchtlinge und Vertriebene sprunghaft an. Erst 1955 entstand mit der – erst später so benannten – Kreuzkirche in Frixheim das erste evangelische Gotteshaus am Gillbach. Danach sollte es noch sechs Jahre dauern, ehe 1961 die erste evangelische Gemeinde ins Leben gerufen wurde.

Am 1. April jährt sich dieses Ereignis zum 50. Mal. Grund genug für die evangelischen Christen, ihr Jubiläumsjahr mit einem feierlichen Gottesdienst in der Eckumer Samariterkirche zu eröffnen. Mit dabei sein wird nach Auskunft von Pfarrer Thomas Spitzer sein Vorgänger Gerhard Jakschas, der von 1971 bis 1983 amtierte. Jakschas gehöre "zur Geschichte der Gemeinde", so Spitzer.

Die Urkunde, mit der die Protestanten am Gillbach in die Eigenständigkeit entlassen wurden, ist noch vorhanden, doch das schmucklose Schriftstück spiegelt laut Presbyteriumsmitglied Walter Grubert nur in kargen Worten den kirchlichen Verwaltungsakt wider. Grubert hat das Jubiläumsjahr zum Anlass genommen, für die inzwischen erschienene Festschrift die vergangenen 50 Jahre Protestantismus am Gillbach Revue passieren zu lassen. Der war hier schon früh vertreten, befand sich doch die katholische Pfarrkirche St. Peter bis 1586 14 Jahre lang im Besitz der Reformierten. Später benutzten beide Konfessionen die Kirche, ehe nach dem Ende des 30-jährigen Krieges die katholische Vorherrschaft wieder hergestellt war. Eine reformierte "Bastion" blieb die inzwischen über 325 Jahre alte evangelische Gemeinde in Wevelinghoven, zu deren Einzugsbereich die Protestanten am Gillbach bis 1961 gehörten.

Erster Pfarrer war der baltische Adlige Gustav Baron Girard de Soucantan, der bis 1969 seelsorgerisch wirkte. Um ihre vor einem halben Jahrhundert erworbene Eigenständigkeit zu bewahren, hat die evangelische Gemeinde bereits 2008 begonnen, bei ihren Mitgliedern eine freiwillige Kirchgabe zu erheben. Ob es auch in 50 Jahren noch eine evangelische Gemeinde geben wird? "Ich bin kein Prophet", sagt der hier seit 26 Jahren als Pfarrer tätige Thomas Spitzer: "Diese Kirchengemeinde lebt wie jede andere vom Engagement ihrer Mitglieder." Diese hätten die Aufgabe, die Dinge für kommende Generationen vorzubereiten: "An uns wird es jedenfalls nicht liegen", sagt Spitzer.

(NGZ)