1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Politiker fordern Rettungswagen

Rommerskirchen : Politiker fordern Rettungswagen

Durch den seit Juli in Neurath stationierten Rettungswagen hat sich die Einsatzquote für Rommerskirchen deutlich verbessert. SPD, Grüne und FDP wenden sich gegen eine geplante Verlegung nach Frimmersdorf.

Seit Juli ist ein Rettungswagen am RWE-Kraftwerk Neurath stationiert. Was jedoch nur für eine Übergangszeit so bleiben soll: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat angekündigt, den Wagen ab 2014 in der noch zu bauenden neuen Feuerwache in Frimmersdorf unterbringen zu wollen (die NGZ berichtete).

Dagegen regt sich nun heftiger Widerspruch bei der Ratsmehrheit von SPD, Grünen und FDP. "Sollte der Rettungswagen ab 2014 vier bis fünf Kilometer weiter weg stationiert werden, würde das für uns eine Verschlechterung der Situation bedeuten. Im Ernstfall, insbesondere bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen zählt aber jede Minute", sagt Jupp Kirberg, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Vor allem ältere Menschen seien im Notfall auf eine ausreichende Versorgung durch Rettungsfahrzeuge angewiesen, so Kirberg.

"Wir haben lange und intensiv für eine Verbesserung gekämpft. Der Abzug des Wagens wäre ein Schlag ins Gesicht der Menschen in Rommerskirchen," sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Alice Oswald. SPD-Fraktionschef Martin Mertens verweist auf die Regelung in unmittelbarer Nachbarschaft: "Während im Rhein-Erft-Kreis in allen Städten und Gemeinden die Rettungswagen in unter acht Minuten am Einsatzort sein müssen, gelten für die ländlicheren Gebiete im Rhein-Kreis Neuss zwölf Minuten zwischen Alarmierung und Eintreffen.

Aber selbst die wurden in der Vergangenheit im Bereich Rommerskirchen in vielen Fällen nicht eingehalten." Die Quote konnte zuletzt auf 92,8 Prozent gesteigert werden — 90 Prozent entspricht dem Bedarfsplan. Zum Vergleich: Für Dormagen und Grevenbroich liegt die Hilfsfrist bei acht Minuten. Gäbe es die auch für Rommerskirchen, wäre die Quote gar nur in 20 Prozent aller Fälle erreicht worden.

Martin Mertens verweist darauf, dass erst durch die ortsnähere Stationierung in Neurath die vorgeschriebene Einsatzzeit von zwölf Minuten knapp erfüllt werden könne. "Die Einsatzzahlen steigen von Jahr zu Jahr, die Bevölkerung wächst, die Menschen werden immer älter. Das sind Faktoren, die eine Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung erfordern. Ein Abrücken des Rettungswagens von der Gemeindegrenze bedeutet hingegen eine Verschlechterung", sagt Mertens.

Er und seine Kollegen von Grünen und FDP fordern daher vom Kreis "ein Konzept für die Stationierung eines Rettungswagens in Rommerskirchen, damit die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist und mittelfristig verbessert wird."

(NGZ/rl)