Rommerskirchen: Politik will Ersatz für alte Ehrengabe

Rommerskirchen: Politik will Ersatz für alte Ehrengabe

In einem öffentlichen Ideenwettbewerb haben demnächst die Bürger das Wort. Sie sollen die Frage beantworten, wie künftig Ehrenamtler und andere verdiente Bürger beim Neujahrsempfang gebührend geehrt werden können.

Wenn die Gemeinde Ehrenamtler würdigen oder andere verdiente Bürger auszeichnen wollte, dann erhielten diese in den vergangenen Jahren beim Neujahrsempfang als Präsent zumeist ein Gemälde örtlicher Künstler. Noch vor einigen Jahren war der "Ehrenteller" im Gebrauch: Aus Zinn gefertigt, zeigte er das offizielle Gemeindewappen mit dem "fünflatzigen Turnierkragen", wie das Symbol bei Experten heißt. Dieses soll die Einheit der 1975 aus - historisch gesehen - fünf Kommunen entstandenen Gemeinde dokumentieren.

Nach Jahrzehnten als zu altbacken empfunden, wurde der Ehrenteller durch Gemälde ersetzt, die offensichtlich aber nach den Geschmack der Kommunalpolitik auch wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sind.

Jetzt sollen die Bürger das Wort haben: SPD-Fraktionschef Heinz-Peter Gless lief im Haupt- und Finanzausschuss weit geöffnete Türen sowohl bei seinem CDU-Pendant Michael Willmann als auch den anderen Fraktionen ein mit seinem Vorschlag, einen öffentlichen Ideenwettbewerb auszuloben. Bei dem sollen alle Rommerskirchener Bürger mit Vorschlägen aufwarten dürfen, wie besondere Verdienste künftig von der Gemeinde angemessen geehrt werden können.

Für Bernd Klaedtke, treibende Kraft hinter der Initiative, sind die seit gut fünf Jahren verliehenden Gemälde jedenfalls "als Ehrengabe nicht erkennbar". Um eigene Vorschläge ist der Ordensexperte nicht verlegen: Immerhin war der Berufsfeuerwehrmann beim Verband der Feuerwehren NRW vor nicht allzu langer Zeit schon mal mit der Entwicklung neuer Ehrenzeichen für die Feuerwehrleute beschäftigt.

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Ginge es nach Klaedtke, dann würde die Gemeinde besondere Verdienste künftig "mit einer modernen tragbaren Plakette" würdigen. Als Motive kämen für ihn das Gemeindesiegel, die grafisch entsprechend aufbereitete "Skyline der Kommune" oder ihr Logo in Frage.

Zusätzlich zur Plakette als dem eigentlichen Hauptstück der Auszeichnung soll es ein für Männer und Frauen gleichermaßen "tragbares Abzeichen" geben. Wobei Laien in Form einer zu verabschiedenden "Trageordnung" zugleich die nötigen Tipps an die Hand gegeben würden, bei welchen Gelegenheiten und in welcher Form das Abzeichen schicklicherweise an Revers oder Bluse geheftet werden muss. Leitlinie hierfür sollten dem Experten zufolge die "Internationalen Ordenstragevorschriften" sein.

Auch die bisherige Praxis der Auszeichnung von größeren Gruppierungen wie Vereinen oder Institutionen missfällt Klaedtke: De facto erhielten damit stets nur ein oder zwei Führungsmitglieder die Ehrengabe. Ändern will es der stellvertretende SPD-Fraktionschef dadurch, dass die nicht tragbare Plakette mit einem Identifikation stiftenden Fahnenband oder ähnlichem versehen würde.

Bliebe das zu wählende Material für eine Plakette. Beim zu wählenden Material sollte die Gemeinde nach Auffassung von Bernd Klaedtke nicht allzu knauserig sein. Für die Plakette schlägt er "hochwertiges Material", nämlich Silber vor, wobei er auch nichts dagegen hätte, wenn das Ehrenzeichen zusätzlich vergoldet würde, "damit die Leute etwas davon haben."

(NGZ)