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Rommerskirchen: Politik lehnt neue Flächen für Windräder ab

Rommerskirchen : Politik lehnt neue Flächen für Windräder ab

Fraktionen sind gegen den Standort zwischen Nettesheim und Oekoven. Der Bau in bestehenden Zonen bleibt möglich.

Vergangene Woche hatte das auf regenerative Energien spezialisierte Hamburger Unternehmen e3 Grundstückseigentümer zu einem Treffen nach Stommeln geladen. Dabei sollte sondiert werden, wie es um eine mögliche Aufstellung von Windkraftanlagen zwischen Nettesheim und Oekoven bestellt sein könnte (die NGZ berichtete). Auch wenn ein solches Projektlaut Robert Mayer von e3 keineswegs spruchreif ist, zeichnet sich eine einheitliche Meinung des Rats ab. Ihr Tenor: Wenn schon neue Windräder, dann sollten sie in den vorhandenen Konzentrationszonen errichtet werden. Die können laut Bürgermeister Albert Glöckner bei Bedarf noch erweitert werden.

"Windenergie ist sicherlich eine wichtige Grundlage der Energiewende", sagt SPD-Fraktionschef Martin Mertens. Gleichwohl sei die Gemeinde "durch die Kraftwerke, die Hochspannungsleitungen und die bestehenden Windräder schon stark belastet". Rommerskirchen trage bereits jetzt seinen Anteil zur Energiewende bei, so Mertens. "Zusätzliche Anlagen, die die Bürger belasten — und das tun sie auch im Bereich zwischen Nettesheim und Oekoven — lehnen wir ab", so der Sozialdemokrat. Für "eine sinnvolle Alternative" hält Mertens "die Ausweisung der bestehenden Windkraftkonzentrationszone nahe Stommeln".

"Es gibt ja zunächst einmal den Beschluss des Rats, der sich gegen Windräder in Rommerskirchen richtet", sagt CDU-Fraktionschef Stephan Kunz. "Wenn das Thema wieder auf die Tagesordnung kommen sollte, was derzeit offenbar nicht abzusehen ist, werden wir uns mit Sorgfalt der Sache annehmen." Seine persönliche Meinung angesichts des bisherigen Sachstands: "Ich glaube, dass es in unserem Land deutlich weniger dicht besiedelte Flächen gibt, die eher geeignet sind, einen Beitrag zur Energiewende und zum Windenergieerlass der Landesregierung zu leisten."

Die UWG-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger verweist auf "den von der Gemeinde stets vertretenen Grundsatz, dass einem nicht ungeliebte Anlagen vor die Nase gesetzt werden dürfen". Auch sie hat dabei die bereits bestehenden Belastungen im Auge: "Im Fall der Aufstellung von Windrädern auf den Feldern zwischen Nettesheim und Oekoven würde der Blick unausweichlich entweder zu den Kraftwerkstürmen oder den Windrädern gehen." Schon jetzt sei in entgegengesetzter Richtung zu sehen, wie beeinträchtigend auch kleinere Anlagen, wie an der Gohrer Deponie, für die Anwohner sind", sagt Ulrike Sprenger.

"Grundsätzlich muss nicht, was die Höhe gebaut wird, in Rommerskirchen angesiedelt werden", sagt die FDP-Fraktionsvorsitzende Alice Oßwald. "Vor allem habe ich Zweifel, dass wir in irgendeiner Form daraus mit Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen hätten, als Beispiel kann man die Windräder zwischen Niederaussem und Stommeln sowie Rommerskirchen nennen."

Für Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) kommen "neue Windräder, wenn überhaupt, nur als Erweiterung der jetzigen Konzentrationszone an der Grenze zu Stommeln infrage". Was aus seiner Sicht gegen Planungen zwischen Nettesheim und Oekoven spricht: "Die landwirtschaftliche Kernzone Rommerskirchens westlich Frixheim, Nettesheim wird demnächst bereits durch den Bau der B 477n teilweise in Anspruch genommen. Dazu sind Ausgleichsflächen festzulegen. Schon deshalb kann in absehbarer Zeit in diesem Bereich keinerlei andere Planung erfolgen."

(NGZ)