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Rommerskirchen: Politik lehnt Mietzuschuss für Gründer ab

Rommerskirchen : Politik lehnt Mietzuschuss für Gründer ab

Im Wirtschaftsausschuss scheiterte die CDU mit einem Antrag, 10 000 Euro für Mietzuschüsse für Gründer bereitzustellen. Das Unternehmen GSB bezweifelt, ob ihre freien Büroflächen überhaupt geeignet sind.

Die Frage, ob die Gemeinde potenzielle Existenzgründer mit direkten Finanzhilfen fördern soll, hat der Wirtschaftsausschuss jetzt negativ beantwortet. Mit sieben zu fünf Stimmen lehnten SPD, UWG, FDP und Bündnis 90/Die Grünen einen entsprechenden Antrag der CDU ab. Die hatte sich dafür ausgesprochen, "Wirtschaftsförderung auch durch finanzielle Unterstützung" zu betreiben, wie ihr Fraktionschef Stephan Kunz in seinem bereits im Oktober 2012 verfassten Antrag schrieb.

Konkret hätte dies bedeutet, dass die Gemeinde im Haushalt 2014 10 000 Euro zur Verfügung stellen sollte, um damit teilweise die Mietkosten von Existenzgründern zu übernehmen. Das finanzielle Risiko für die Gemeinde sei "überschaubar", betonte Kunz. Ein neu angesiedeltes Unternehmen mit Erfolg am Markt zahle bei einem Jahresüberschuss von 45 000 Euro bereits 3000 Euro Gewerbesteuer. Der Mietkostenzuschuss hätte nach den Vorstellungen der CDU auf maximal drei Jahre befristet bleiben sollen. Aus der Sicht von Stephan Kunz hätte hieraus "eine Win-Win-Situation" für alle Beteiligten entstehen können. Für Heinz-Peter Gless (SPD) hingegen wäre "ein Mietzuschuss aus dem Haushalt der falsche Weg."

Mit Blick auf ein von der CDU befürwortetes, eigenes Gründerzentrum verwies Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) darauf, dass es mit dem Starter-Center "eine solche Konstruktion beim Kreis bereits gibt." Die Initiative der Union in Sachen Mietkostenzuschuss hätte ihm zufolge zum gegenwärtigen Zeitpunkt lediglich "einen Vorratsbeschluss" bewirken können. "Es wäre eine andere Situation, wenn wir Leute hätten, die darum bitten", störte sich Kirberg am Mangel tatsächlich vorhandener Existenzgründer. Sozialdemokrat Heinz-Peter Gless befürchtet angesichts dessen, "dass bei einer Subvention eher der Vermieter als der Mieter unterstützt" würde.

Für die CDU womöglich noch ärgerlicher als fehlende Existenzgründer und ihre (absehbare) Abstimmungsniederlage im Wirtschaftsausschuss der Gemeinde: Das von ihr ins Gespräch gebrachte Unternehmen GSB bezweifelt, ob seine freien Büroflächen an der Albert-Einstein-Straße für den von der Union verfolgten Zweck überhaupt geeignet wären. Dies gilt laut Susanne Bock von der GSB zumindest angesichts "klassischer" Existenzgründer: "Mieten von 1600 oder 1700 Euro muss er erst einmal verdienen", machte Susanne Bock am gegenüber der NGZ aus ihrer Skepsis kein Hehl. Teile der Büroflächen seien zudem bereits vermietet. "im Prinzip bleibt als Rest ein großer Raum, der nicht getrennt werden kann." Susanne Bock zufolge liegt "das Problem bei Existenzgründern" darin, dass sie keinen Bedarf an derart großen Räumlichkeiten hätten. Denkbar seien jedoch auch stunden- oder tageweise Anmietungen, wie die Vertreterin von GSB sagte. Zugleich mit dem Mietkostenzuschuss lehnte der Wirtschaftsausschuss auch die Errichtung eines Gründerzentrums als zu teuer ab. "Wir bräuchten dann mindestens noch zwei Leute. Existenzgründung macht man nicht nebenbei", erklärte Wirtschaftsbüro-Leiter Elmar Gasten im Ausschuss.

Robert Abts, Chef der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises Neuss, hatte zuvor das Starter-Centrum des Kreises vorgestellt. "Gründer haben in der Regel ihren Heimatbezug", machte Abts deutlich, dass entsprechende Wünsche etwaiger Rommerskirchener Existenzgründer auch beim Kreis berücksichtigt würden.

(NGZ/ac)