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Rommerskirchen: Politik lehnt Konverter ab

Rommerskirchen : Politik lehnt Konverter ab

Dass Rommerskirchen als Standort für einen in Meerbusch abgelehnten Konverter genannt wurde, löst bei den Politikern Unbehagen aus. Auch wenn noch gar nichts feststeht: Auch in Rommerskirchen dürfte es ein Nein geben.

Dass die Gemeinde im Meerbuscher Stadtrat als Alternativstandort für einen dort nicht gewollten Konverter der Firma Amprion genannt wurde, löst bei den Politikern alles andere als Begeisterung aus. "Bislang gibt es keine Anfrage der Firma Amprion für den Bau einer Konverterstation auf dem Gebiet der Gemeinde Rommerskirchen", betont SPD-Fraktionschef Martin Mertens.

Foto: Busch, Franz-Heinrich sen.

Amprion hat laut Bürgermeister Albert Glöckner im Mai schriftlich mitgeteilt, "dass eine Erweiterung des einzigen Umspannwerks im Gemeindegebiet nicht geplant ist." Dabei handelt es sich um das Umspannwerk Gohrpunkt, das je zur Hälfte auf Dormagener und Rommerskirchener Gebiet liegt. Das Umspannwerk Rommerskirchen befindet sich ungeachtet seiner Bezeichnung in Bergheim-Büsdorf.

Sollte es ein Bauvorhaben auf dem Gebiet der Gemeinde geben, "werden wir uns damit intensiv und kritisch auseinandersetzen. Wir wollen eine Belastung für die Bürger verhindern. Die guten Gründe, die gegen den Bau der Anlage in Meerbusch sprechen, gelten auch für Rommerskirchen", erläutert Mertens den SPD-Standpunkt.

Für CDU-Fraktionschef Stephan Kunz steht es außer Frage, dass "Rommerskirchen seinen Beitrag zur Energiewende leistet." Ihm zufolge müssen sich "aber auch andere daran beteiligen." Wenn seitens der Meerbuscher SPD gefordert werde, die Anlage in Rommerskirchen zu errichten, "ist das — vornehm ausgedrückt — schlechter Stil, deutlicher gesprochen eine bodenlose Frechheit", so Kunz.

Der Meerbuscher SPD-Ratsherr Jürgen Eimer hatte Rommerskirchen ins Spiel gebracht, indes mit dem falschen Hinweis auf den Silbersee in Dormagen. Laut Kunz "sind wir nicht der Schrottplatz für andere Kommunen." Sein Fazit: "Die CDU wird sich gegen eine solche Anlage aussprechen."

Für den CDU-Kreistagsabgeordneten Gerhard Heyner ist die Belastung Rommerskirchens und sein Beitrag zur Energieversorgung bereits "hoch genug". Heyner: "Wenn die Bezirks- und die Landesregierung das für Rommerskirchen durchsetzen wollen, dann werden wir uns dagegen stellen."

Für Jupp Kirberg von Bündnis 90/Die Grünen hat die Sache "noch gar keine griffigen Konturen". Angesichts der Dimensionen des Konverters (18 Fußballfelder) würden jedoch handfeste Standortprobleme auftreten: "Wo soll so etwas denn hin?", fragt der Fraktionschef der Grünen. Die Ackerböden seien dafür "viel zu kostbar", sagt Kirberg. Er befürchtet, dass "die bäuerlich-ländliche Struktur Rommerskirchens völlig gekippt würde."

Alice Oßwald von der FDP will "kein 20 Meter hohes Gebäude akzeptieren". Sie befürchtet, dass der Konverter keine Einnahmen oder Arbeitsplätze bringe. Für die FDP-Fraktionsvorsitzende ist es "gut vorstellbar", dass die Gemeinde wie Meerbusch "mit einer Resolution gegen das Vorhaben der Firma Amprion agieren" werde.

(NGZ/rl)