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Rommerskirchen: Pivie & Schmal begeistern Fans

Rommerskirchen : Pivie & Schmal begeistern Fans

Bei der SG Rommerskirchen/Gilbach feierte das Comedy-Duo Uwe Honerbach und Gottfried Goertz jetzt eine gelungene Premiere. Bei ihrem Auftritt erwiesen sich die beiden als uneingeschränkt bühnentauglich.

Diejenigen, die "Pivie & Schmal" alias Uwe Honerbach und Gottfried Goertz, mit Teilen ihres Programms schon einmal in kleinerer Runde gesehen hatten, sahen dem ersten öffentlichen Auftritt der beiden ohnehin gelassen entgegen. Wer sie jetzt erstmals mehr als zwei Stunden lang wirbeln sah und hörte, kann sich dem positiven Urteil von Insidern nur anschließen. Beim Schützenfest 2009 hatten sich die beiden zu einem solchen Auftritt entschlossen — die gelungene Premiere hat gezeigt, dass es sich keineswegs um einen bloßen Kirmes-Gag handelte.

Mehr als 100 Besucher lockten die beiden ins Clubheim der SG Rommerskirchen/Gilbach und das eigens aufgestellte Partyzelt. Gelangweilt hat sich kein einziger ihrer Gäste. "Wir stellen uns" lautet der Titel des Programms, das "Comedy spezial — für alle Rheinländer und die es gerne sein möchten", nicht nur verspricht, sondern auch hält. Wobei die beiden keinerlei Abstriche machen: Den ganzen Abend lang wird "Platt jekallt" und gesungen, so dass auch des Rheinischen mächtige Zuschauer zum genauen Zuhören gezwungen sind.

Gleich zu Beginn vermisste "Schmal" die andere Hälfte und beschrieb dem Publikum "Pivie" als jemanden, der "nicht jeden Tag gewachsen ist" und das schon gar "nicht immer in die Höhe." Ganz so einseitig wie beim Colonia-Duett, das für derart bissige Zwiegespräche Pate gestanden haben mag, war die Rollenverteilung allerdings nicht. "Pivie" blieb keineswegs auf den Watschenmann abonniert und wusste sich durchaus zu erwehren — auch wenn er, sehr zur Freude des Publikums, immer wieder in einen von "Schmals" knochentrockenen Kontern lief.

Zur Melodie von "Just a gigolo" machte "Pivie" selbstironisch nicht den geringsten Hehl aus seiner Liebe zum "Schokolädche". Zu etlichen Pop-Swing- und Blues-Melodien, etwa von Abba oder Bob Dylan, hat Uwe Honerbach neue Texte auf Rheinisch verfasst, in denen viel, aber keineswegs ausschließlich geblödelt wird. Nachdenkliches haben sie gleichermaßen im Repertoire, so zum Beispiel, wenn die beiden 47-Jährigen aufs Alter zu sprechen, beziehungsweise zu singen kommen.

Seit 30 Jahren in verschiedenen Bands aktiv, ist Uwe Honerbach ein versierter Gitarrist, während Gottfried Goertz schon als Kind Klavier gespielt hat. "Ä lecker Kölsch" waren "Pivies" letzte Worte vor der Pause und nach etlichen Zugaben am Ende ihres uneingeschränkt auch für größere Bühnen tauglichen Programms hatten sich die beiden dieses auch redlich verdient, nachdem sie die Zuschauer mit dem Bläck-Fööss-Evergreen zu Mittrinken aufgefordert hatten.

(NGZ)