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Rommerskirchen: Pfarrer Leedé darf bleiben

Rommerskirchen : Pfarrer Leedé darf bleiben

Seit mehr als vier Jahren ist Gerold Leedé als Priester in Rommerskirchen, Dormagen und Grevenbroich tätig. Sein österreichischer Bischof hat nichts dagegen, wenn er beim Pfarrverband Rommerskirchen-Gillbach bleibt.

Keinen Zweifel lässt Gerold Leedé daran, dass er sich im Pfarrverband Rommerskirchen-Gillbach wohl fühlt: Seit Ende 2006 ist der Geistliche dort – wie im gesamten Dekanat Grevenbroich-Dormagen – seelsorgerisch tätig. Obwohl er eigentlich nach wie vor Pfarrer in der Diözese Gurk in Kärnten ist.

Bereits beim Neujahrsempfang der katholischen Kirche in Nettesheim hatte sich der 57-Jährige nach einem Gespräch mit seinem "Chef", dem Klagenfurter Diözesanbischof Alois Schwarz, optimistisch gezeigt, hier bleiben zu können. Nach einem kürzlich erhaltenen Brief des Bischofs ist sich Gerold Leedé dessen sogar gewiss, was ihn ungemein erleichtert. "Ich habe hier zu mir selbst zurückgefunden", blickt er auf die etwas mehr als vier Jahre zurück, die der in Alt-Garzweiler aufgewachsene Geistliche inzwischen wieder in der Region lebt. "Die unterschiedliche Mentalität", die Kärntner und Rheinländer nun einmal auszeichne, sei einer der Gründe für den nötig gewordenen Tapetenwechsel gewesen. Gerold Leedé sah sich 2006 "mit einer Art Burn-Out" konfrontiert, den er unter anderem auf "Überengagement und Überanpassung" zurückführt.

"Auch ein Pfarrer braucht mal Hilfe", macht er keinen Hehl daraus, dass es ihm seinerzeit ziemlich mies ging. Umso dankbarer ist er dafür, diese Hilfe hier auch tatsächlich erfahren zu haben. Ob nun von Monsignore Franz Josef Freericks, durch Gespräche mit Gläubigen, bei der Katholischen Frauengemeinschaft oder bei den Schützen: Leedé fühlt sich hier bestens aufgehoben: Vergangenen Herbst hat ihn der Jägerzug "Immer blau" der Ansteler St. Sebastianus-Bruderschaft einstimmig als neues Mitglied aufgenommen.

Die Uniform bekommt er demnächst, Anfang September will er erstmals als aktiver Schütze im Festzug mitmarschieren. Nach Österreich verschlagen hat ihn die Tatsache, "dass die mir als Spätberufenem das Studium bezahlt haben": Natürlich wäre dies auch im Erzbistum Köln möglich gewesen, doch in den späten 80er Jahren war der Kölner Bischofssitz nach dem Tod von Joseph Kardinal Höffner ein Jahr lang vakant – und derartige Entscheidungen zogen sich lange hin.

Dass er "keine abgehobenen Predigten" schätzt, können Leedés Zuhörer bestätigen. Katholischer Priester wurde er erst mit 39 Jahren. Zuvor war er als Anwalts- und Notariatsgehilfe tätig. Bis auf weiteres offen bleibt sein kirchenrechtlicher Status: Sollte es möglich werden, auch offiziell Priester des Erzbistums Köln zu werden, "hätte ich nichts dagegen", sieht er der weiteren Entwicklung gelassen entgegen.

(NGZ)