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Rommerskirchen: Parteien für B 477-Umgehung

Rommerskirchen : Parteien für B 477-Umgehung

CDU, SPD und FDP sehen weiter eine große Verkehrsbelastung auf der alten Bundesstraße. SPD und FDP erklären, dass die Anwohner entlastet werden müssten. Die CDU beharrt auf dem politischen Copyright für die Bunkerlinie.

Nach der Genehmigung der konkreten Linienführung ist die Umgehungsstraße B 477n auf die politische Tagesordnung zurückgekehrt. "Wir setzen uns für eine Entlastung der Bürger an der alten B 477 durch eine Umgehung ein", bekräftigen die Fraktionsvorsitzenden Martin Mertens (SPD) und Alice Oßwald (FDP).

Foto: Jazyk, Hans

Vertreter der Bürgerinitiative Pro Natur und Heimat hegen starke Zweifel daran, dass die Verkehrsbelastung der bisherigen B 477 tatsächlich zugenommen hat — und fordern eine neuerliche Verkehrszählung. Für SPD und FDP steht die "Geschäftsgrundlage" für eine Umgehung außer Frage: "Die Verkehrsbelastung in den Ortschaften Anstel, Frixheim, Butzheim und Eckum nimmt seit Jahren zu. Deshalb freuen wir uns, dass nun der nächste Schritt des langen Planverfahrens mit der positiven Entscheidung über den Linienentwurf angetreten wurde", sagt Alice Oßwald.

Die Bürgerinitiative Pro Natur und Heimat bezweifelt die große Verkehrsbelastung an der B 477. FDP-Fraktionschefin Alice Oßwald und ihr SPD-Kollege Martin Mertens sehen weiter Entlastungs-Bedarf. Foto: jaz, fotos/archiv: jaz/mreu

Martin Mertens zufolge "müssen Straßen mit möglichst wenig Beeinträchtigung der anwohnenden Bürger geplant werden. Deswegen ist eine aktive Mitarbeit an den weiteren Planungsschritten im Zuge der Bürgerbeteiligung wünschenswert." Zugleich betont Mertens, "dass die Menschen in den durch den starken Verkehr belästigten Ortschaften das klare Signal der Politik erhalten, dass es weitergeht."

Auch die CDU ist nicht glücklich mit den jüngsten Äußerungen seitens der Initiative. Hubert Pane, damals Fraktionschef der Union und nach wie vor Mitglied des Planungsausschusses, reklamiert das politische Copyright für die sogenannte Bunkerlinie für die Union. Ihm zufolge habe es damals großer Anstrengungen bedurft, die in der ursprünglichen Planung dicht am Bahndamm entlang laufende Trassenführung etliche hundert Meter weiter ins Feld zu verlegen. Eine Ratsresolution für die später auch vom Bund gebilligte Bunkerlinie habe die Union initiiert, erinnert Pane an das langwierige Tauziehen.

Pane lässt keinen Zweifel daran, dass die CDU "für die geplagten Anwohner der heutigen B 477 eine Besserung der langjährigen Beeinträchtigung bewirken" will. Einer neuerlichen Feldhamster-Debatte vermag er nicht viel abzugewinnen. "Ich bedauere es, wenn Leute versuchen sollten, nun das Rad wieder zurückzudrehen. Das kann nicht Sinn der Planung sein."

Im März war bekannt geworden, dass der Feldhamster im Butzheimer Bruch nahezu verschwunden ist. Nachdem 2004 die europaweit größte Population des Nagers entdeckt worden war, wurde die Route der B 477n hinter den Bahndamm verlegt. Das führte zur Gründung von Pro Natur und Heimat.

(NGZ/spol)