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Rommerskirchen: Orgelbauer arbeiten auf Hochtouren

Rommerskirchen : Orgelbauer arbeiten auf Hochtouren

Hoeningen Seit Anfang der Karwoche steht die neue Orgel in der Pfarrkirche St. Stephanus. Eine Woche vor Pfingsten, am 1. Juni soll sie feierlich eingeweiht werden.

Orgelbauer Björn-Daniel Reich von der Pulheimer Fachfirma "TastenReich" und seine Mitarbeiter Thomas Beier und Wilfried Menne sind sich sicher, dass sie diesen Termin halten werden. Ebenso sicher ist jedoch, dass sie bis dahin keine Langeweile haben werden: An der Orgel nämlich ist noch allerhand zu tun. "Die Pfeifen sind noch nicht alle drin", sagt Björn-Daniel Reich. Folgen werden dann die überaus aufwändigen Intonierungsarbeiten.

"Bis zur Einweihung werden wir hier auch noch zu tun haben", so Reich. "Klanglich hat sich bisher noch nichts getan", beschreibt er den aktuellen Status quo. Am zweiten Dezember-Wochenende haben er und seine Mitarbeiter die zuletzt in einem Kinderheim in Köln-Sülz stehende Orgel abgebaut und in den Werkstätten von "TastenReich" in St. Augustin und Pulheim in Schuss gebracht. Die Orgel haben sie um drei neue Register erweitert. Hinzu kam unter anderem eine neue Prospektfront für die absolut neu wirkende Orgel. Nicht zu vergessen der elektronische Part: "Die Orgel ist nur elektrisch ansteuerbar", erläutert Thomas Beier. Um die richtige Intonation des Instruments zu gewährleisten, brauchen die Experten gut zwei Wochen.

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Dabei geht es darum, für gute Klänge zu sorgen, indem etwa Nebengeräusche beseitigt werden. "Lautstärke und Klangcharakter müssen zueinander passen", sagt Björn-Daniel Reich. Das eigentliche Stimmen der mehr als zwei Tonnen schweren Orgel benötigt nach seinen Worten letztlich nur einen Tag. Die Kunst des Organisten - im konkreten Fall handelt es sich um Kantor Carsten Wüster - besteht nach abgeschlossener Feinabstimmung darin, aus dem bestehenden Klangbestand eine Registrierung zu finden, die der jeweils zu spielenden Musik am besten entspricht. Bei der feierlichen Weiheliturgie, die am 1. Juni um 11.15 Uhr beginnt, wird Carsten Wüster unter anderem Stücke von Mendelssohn-Bartholdy und Johann Sebastian Bach spielen. "Ein hochvirtuoses Programm", verspricht er für das Weihekonzert, das am selben Tag um 18 Uhr Kantor Hubert Pesch aus Bergheim in St. Stephanus geben wird: Zu hören sein wird dann unter anderem Musik von Max Reger und Pierre Guimand. Die Orgel stand früher in der Kölner Pfarrei St. Bruno, wo sie der früher dort tätige Carsten Wüster kennen und schätzen lernte. Gebaut wurde sie 1959 von der Firma Seifert in Kevelaer. Ungeachtet ihres auch schon ehrwürdigen Alters wird sie Wüster zufolge nach ihrer Überarbeitung neuwertig sein. Die Orgel war durchaus ein Schnäppchen für die Pfarrgemeinde. Neben dem symbolischen Euro für das Erzbistum Köln kostet ihre Renovierung gut 65 000 Euro, von denen das Erzbistum 26 000 Euro übernimmt.

(NGZ)